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       # taz.de -- Peter-Maffay-Konzert in Regensburg: Tabaluga bei der Rechten
       
       > Peter Maffay gibt sein vorerst letztes Konzert bei den Festspielen von
       > Gloria von Thurn und Taxis. Und die Fans? Beklagen nur die hohen
       > Ticketpreise.
       
   IMG Bild: Der Sänger Petter Maffey singt auf einem Konzert in Regensburg, die Gastgeberin ist Gloria von Thurn und Taxis
       
       Ist es Normalität für den Musiker Peter Maffay, ein Konzert zu geben? Ganz
       sicher. Ist es Normalität für ihn, ein Konzert in Regensburg bei den
       Schlossfestspielen zu geben, wo Gloria von Thurn und Taxis das Sagen hat?
       Ganz sicher nicht. Ist es normal für Fans, eine Show von Peter Maffay zu
       besuchen? Aber ja. Doch ist es normal, auf ein Konzert zu gehen, dessen
       [1][Hausherrin von Thurn und Taxis seit vielen Jahren unverhohlen mit
       Rechtsextremismus kokettiert]? Die Rechtsextremen Plattformen und
       Möglichkeiten für Vernetzungsarbeit bietet? Und die womöglich selbst eine
       solche ist? Das sollte nicht normal sein. Ist es aber.
       
       Gloria von Thurn und Taxis. Es ist seine angeblich letzte Tour, und das ist
       das angeblich letzte Konzert dieser Tour, die unter dem Titel „Love Places“
       stand – Orte der Liebe. Wie geschichtsvergessen und wie abgestumpft kann
       man als Peter Maffay sein? Auf dem Werbeplakat posiert er als harter
       Rocker, arbeitet an der E-Gitarre, die durchtrainierten Oberarme
       weitestgehend tätowiert. Große Silberkette, Ohrring, alles da.
       
       [2][Bei den Schlossfestspielen] im letzten Jahr hatte es zumindest einen
       kleinen Akt des Widerstands gegen die äußerst rechte Gloria von Thurn und
       Taxis gegeben: [3][Die Sängerin Vicky Leandros erfuhr erst kurz vor ihrem
       Auftritt], dass die Chefin ihre Freundin Alice Weidel dazu eingeladen
       hatte. Leandros sagte daraufhin: Weidel ist bei ihrem Konzert nicht
       willkommen. Während draußen demonstriert wurde, verbrachte die AfD-Chefin
       den Abend dann mit ihrer Freundin in privaten Räumen des Schlosses. Dieses
       hat weit mehr als 500 Räume.
       
       Ein kurzer Abriss über gezielte Entgleisungen, Beleidigungen und das
       Freundesumfeld der von Thurn und Taxis, in einer Anfrage der taz an Maffay
       wurde das auch so vorgebracht: 2001 sagte sie im Fernsehen über die
       Ausbreitung der Aids-Epidemie in Afrika: „Der Schwarze schnackselt gerne.“
       Mit der gleichgeschlechtlichen Ehe herrsche eine Zeitperiode, in der der
       „Teufel fröhliche Urständ“ zu feiern scheine, das war 2018. Gegen
       Schwulsein helfe wohl „nur beten“. Auf einer von der AfD-Politikerin
       Beatrix von Storch organisierten Demo hielt sie eine Rede. Sie hatte
       Kontakte zum US-Rechtsradikalen Steve Bannon.
       
       Der AfD-Politiker Maximilian Krah – eine Zeit lang sogar seiner Partei zu
       rechtsradikal – war bei ihr und bei den Schlossfestspielen. Von Thurn und
       Taxis nannte ihn sinngemäß einen hochintelligenten, inspirierenden
       Gesprächspartner. Auf Schloss Emmeram empfing sie rechte Netzwerker, welche
       später am „Potsdamer Treffen“ teilnahmen.
       
       ## Verharmlost als Punk-Nudel
       
       Radikal rechts, erzkatholisch, rassistisch – so ist sie. Lange Zeit wurde
       und wird teils weiterhin in Regensburg ein völlig verharmlosendes Bild
       gezeichnet: einst wilde Punk-Nudel, Exzentrikerin, die jetzt ein bisschen
       auf Abwege geraten ist.
       
       [4][Peter Maffay] gibt sich in seiner Antwort schmallippig. Er schreibt:
       „Grundsätzlich und vorweg: Wir spielen in Regensburg – wie andere Acts auch
       – für unser Publikum und nicht für Frau von Thurn und Taxis.“ Sollten ihre
       Äußerungen so gefallen sein, „distanzieren wir uns davon entschieden“. Man
       lehne „jegliche menschenverachtende Diskriminierung, völkische Gesinnung,
       jeglichen Rassismus und jede antidemokratische Äußerung mit Nachdruck ab“.
       Aber das Konzert sei öffentlich, somit könne jeder kommen. Und was macht
       Peter Maffay, wenn als Gäste plötzlich Björn Höcke oder Maximilian Krah
       auftauchen? Darauf gibt er keine Antwort.
       
       Die Regensburger Initiativen etwa gegen rechts, für eine lebenswerte Stadt
       oder vom DGB teilen auf Anfrage allesamt mit, dass sie den Auftritt
       verurteilen sowie auch alle anderen auf dem Schloss. Aber dass sie auch
       keine Aktionen wie etwa Demos planen. Das ist das Beschämende, das
       Gefährliche daran: Rechtsextremismus und das Spiel damit haben in dieser
       schönsten bayerischen Stadt den Rang des Normalen erreicht.
       
       BMW und auch das Regensburger Autohaus „Stern-Center“, ein Vertragspartner
       von Mercedes Benz, haben ihr Sponsoring der Festspiele gestoppt. Als global
       aufgestellte Unternehmen wissen sie, dass Völkisch-Rechtes dem Geschäft
       schadet. Übrig geblieben als Financiers sind noch eine Designfirma für Haus
       und Garten sowie ein Münchner Vermieter von großen Kränen.
       
       Die deutsche Automobilindustrie also hat da bessere Sensoren als Peter
       Maffay. Und als sein Publikum. Dieses klagt im Internet über die hohen
       Ticketpreise, derzeit gibt es nur noch die teuerste Kategorie für 249 Euro
       pro Karte. Von Thurn und Taxis aber ist kein Thema.
       
       10 Jul 2026
       
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