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       # taz.de -- Vorwurf gegen Instagram: EU-Kommission kritisiert Meta wegen Suchtgefahr
       
       > Die Kommission fordert den Digitalkonzern zu erheblichen Änderungen bei
       > seinen Onlineplattformen auf. Die suchtfördernden Designs würden gegen
       > EU-Recht verstoßen.
       
   IMG Bild: Der Kommission zufolge verstößt Meta mit suchtförderndem Design gegen das Digitale-Dienste-Gesetz der EU
       
       kna | Mit ihren suchtfördernden Designs verstoßen die Onlineplattformen
       Facebook und Instagram vermutlich gegen EU-Recht. Zu diesem Ergebnis kommt
       die EU-Kommission, die [1][seit 2024] gegen den Mutterkonzern Meta
       ermittelt. Wie die Kommission am Freitag bekannt gab, zeigen vorläufige
       Ergebnisse, dass die Onlineplattformen die Risiken ihrer Designs nicht
       ausreichend bewertet und minimiert haben. Meta widerspricht den
       Ergebnissen.
       
       Der EU-Kommission geht es zum Beispiel um Funktionen wie das automatische
       Abspielen von Videos, Push-Benachrichtigungen oder die Algorithmen, die
       Inhalte auf die Vorlieben des einzelnen Nutzers bezogen ausspielen.
       
       [2][Das Geschäftsmodell von Facebook und Instagram ist so gestaltet, dass
       die Betreiber mehr Geld verdienen], wenn die Menschen dort möglichst viele
       Werbeanzeigen sehen. Deshalb hat das Unternehmen ein Interesse daran, die
       Angebote so zu gestalten, dass die Nutzer möglichst lange bleiben.
       
       Mit diesem suchtfördernden Design der Angebote verstößt Meta der Kommission
       zufolge gegen das Digitale-Dienste-Gesetz der EU. Dieses Gesetz schreibt
       vor, wie große Onlineplattformen die Risiken für ihre Nutzer senken müssen.
       Dabei geht es zum Beispiel um den Schutz vor Hassrede und Desinformation,
       aber auch um eine möglicherweise suchtfördernde Gestaltung, unter der vor
       allem Kinder und Jugendliche leiden können.
       
       ## Hilfsangebote reichen nicht aus
       
       [3][Der EU-Kommission] zufolge hat Meta die Risiken seiner Angebote nicht
       ausreichend bewertet. So seien zum Beispiel Daten über die nächtlichen
       Nutzungszeiten von Minderjährigen nicht in den Risikobericht eingeflossen,
       den Unternehmen vorlegen müssen. Die Maßnahmen, die Meta umgesetzt hat, um
       die Risiken zu minimieren, reichen der Kommission nicht aus.
       
       Demnach können die Werkzeuge zum Zeitmanagement leicht umgangen werden.
       [4][Kontrolle durch die Eltern] helfe nur, wenn diese bereit seien, Zeit
       und Mühe zu investieren, um die Angebote zu verstehen. Auch die
       zusätzlichen Informationen zu Hilfsangeboten zur [5][mentalen Gesundheit]
       seien nicht ausreichend. Meta müsse das Design sowohl bei Instagram als
       auch bei Facebook verändern, um die Dienste im Einklang mit europäischem
       Recht betreiben zu können, so die Kommission.
       
       ## Meta: Accounts zum Schutz von Teenagern
       
       Meta kritisierte in einer ersten Reaktion die vorläufigen Ergebnisse.
       Maßnahmen zum Schutz von Jugendlichen seien nicht angemessen berücksichtigt
       worden, so ein Sprecher. Seit Beginn der Untersuchung seien [6][„Teen
       Accounts“] zum Schutz von Jugendlichen eingeführt worden. Diese gäben
       Eltern die Kontrolle. Das Unternehmen teile den Einsatz der EU-Kommission
       für sichere und positive Onlineerfahrungen Jugendlicher.
       
       Meta kann die vorläufigen Ermittlungsergebnisse nun prüfen und sich dagegen
       wehren. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen und Meta seine Angebote
       nicht im Einklang mit europäischem Recht verändern, kann die Kommission
       eine Strafe von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen.
       2025 betrug der Jahresumsatz von Meta 201 Milliarden US-Dollar.
       
       10 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.dw.com/de/eu-ermittelt-gegen-meta-wegen-versto%C3%9Fes-gegen-digitalgesetze/a-68963133
   DIR [2] https://www.bpb.de/themen/medien-journalismus/soziale-medien/545978/das-geschaeftsmodell-von-social-media-unternehmen/
   DIR [3] https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_26_1579
   DIR [4] /Social-Media-fuer-Kinder/!6187383
   DIR [5] /Professorin-zu-Social-Media-Nach-zwei-Wochen-Abstinenz-verbessert-sich-die-psychische-Gesundheit/!6190512
   DIR [6] /Instagram-verschaerft-Jugendschutz/!6116976
       
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