URI: 
       # taz.de -- Knoblauch in der Küche: Ein Leben ohne Knolle ist möglich, aber sinnlos
       
       > Knoblauch findet unsere Kolumnistin eigentlich immer gut, auch als
       > Immunbooster und Verdauungsanreger. Nur bei einer Sache ist sie
       > skeptisch.
       
       Eine berühmte Köchin hat mal gesagt: Ein Leben ohne Knoblauch ist nicht
       vorstellbar. Diese Köchin bin ich. Würde ich auf die sprichwörtliche
       einsame Insel reisen und dürfte nur drei Zutaten mitnehmen – Knoblauch wäre
       eine davon. Nicht nur, weil er eine der herrlichsten und ältesten Gewürz-
       und Heilpflanzen ist, sondern weil jeder Dödel seinen eigenen Knoblauch im
       Garten ziehen kann.
       
       Einfach eine Zehe nicht zu tief ins Erdreich drücken und abwarten, was
       passiert. Wenn man sehr ungeduldig ist, kann man schon die grünen Blätter,
       die alsbald erscheinen, [1][für ein Pesto] nehmen oder als Brotaufstrich
       oder um einen Quark damit zu verfeinern.
       
       Der Knoblauch selbst ist so vielseitig wie man es sich nur wünschen kann.
       Beinahe alles ist damit möglich: schwarzer, fast süßlich cremiger
       Knoblauch, den man zwei Wochen im Dampfgarer bei circa 70 Grad „vergessen“
       kann; krosse karamellisierte Knofistückerl, die man 30 Minuten bei 120 Grad
       im Ofen gebacken und vorher mit Chiliflocken, etwas Salz und Olivenöl
       vermengt hat, und die dann wunderbar auf Krautsalat, Suppen und
       Kartoffelpüree passen; Knoblauch, den man mit Parmesan im Mörser zermatscht
       hat und als Pesto unter warme Nudeln hebt; frische Forellenbäuche, die man
       mit Knoblauchscheiben und Thymian und Zitronenscheiben füllt, und im Ofen
       15 bis 20 Minuten gar werden lässt; sowie zahlreiche asiatische Gerichte,
       denen man durch Knoblauch eine edle pikante Schärfe verleiht.
       
       Wem der Geruch ein Gräuel ist, der sollte den grünen Keim entfernen und den
       Knofi mit Ingwer mischen – das ist noch dazu sehr gesund. Und im Nachhinein
       Chlorophyll, Schnittlauch oder [2][Petersilie essen], und Milch trinken.
       Bei mir hilft’s. Es ist ja so: Je älter der Knoblauch, desto intensiver der
       Geruch und der Geschmack. Ganz junger Knoblauch ist prall und sehr saftig.
       Also Obacht beim Einkaufen.
       
       Ab und zu esse ich Knoblauch roh, bei Erkältung auf ein Löfferl Honig zum
       Beispiel. Oder ich trinke ihn schluckweise als Immunbooster, mit Essig,
       Kräutern und Honig verfeinert. Das bringt garantiert auch die Verdauung in
       Schwung.
       
       Ich spicke mit Knoblauchzehen ganze Lammkeulen und zerhacke auch gern zwei
       Knollen grob, mische sie mit 5 Esslöffeln Kümmel und streue diese Mischung
       – köstlich! – über einen ganzen Schweinenacken.
       
       Was mich nicht so begeistert ist [3][Knoblaucheis]. Da fehlt mir vielleicht
       die Offenheit eines wahren Gourmets. Zugegeben, bei Knoblauch bin ich auch
       eher eine Gourmandise. Guten Appetit!
       
       25 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Ode-an-das-Pesto/!5763557
   DIR [2] /Was-Petersilienwurzel-kann/!6074357
   DIR [3] /Eis-in-Berlin/!6176059
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Sarah Wiener
       
       ## TAGS
       
   DIR Kolumne Die Zutat
   DIR Kochen
   DIR Gewürz
   DIR Gemüseanbau
   DIR Gemüse
   DIR Kolumne Die Zutat
   DIR Kolumne Die Zutat
   DIR Kolumne Die Zutat
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Eine Zutat mit vielen Namen: Langweilig? Nicht die Bohne!
       
       Egal, ob man sie Vieh- oder Saubohne nennt, Pferde- oder Puffbohne, Acker-
       oder Feldbohne, Faber- oder Favabohne – die Dicke Bohne schmeckt immer.
       
   DIR Grün, knackig, sensibel: Ein Bart, der zu fast allem passt
       
       Der Mönchsbart ist ein salziges Kraut, das gerne an der Küste wächst.
       Gourmets schätzen das Kraut für seinen maritimen Geschmack.
       
   DIR Kochen mit Vulkanspargel: Ganz schön bitter
       
       Mehr als nur Salat: Die Bitterstoffe der Puntarella sind nicht nur gut für
       die Leber, sondern auch für die Liebe.