# taz.de -- Bundesrat für „Nur Ja heißt Ja“: Hoffnung heißt unbequem bleiben
> Die Länder fordern den Bund auf, das Sexualstrafrecht zu verschärfen.
> Umgesetzt ist das zwar noch nicht, aber: Solche Erfolge zeigen, dass
> Protest wirkt.
IMG Bild: Der Beschluss des Bundesrates ist noch lange nicht das Ende des Kampfes, aber ein großer Schritt nach vorne
Am Freitag hat der Bundesrat beschlossen: [1][Nur Ja heißt Ja]. Noch ist es
kein Gesetz, die Bundesregierung ist am Zug. Aber zum ersten Mal seit
Langem fühlt sich diese Debatte nach Bewegung an.
Es ist das Ergebnis feministischer Beharrlichkeit. Nichts davon kam von
allein. Betroffene haben öffentlich über sexualisierte Gewalt gesprochen,
wurden dafür beschimpft und infrage gestellt. Juristinnen haben ihre
Stimmen erhoben und Gesetzeslücken aufgezeigt. Die Initiative „Nur Ja heißt
Ja“, die Feminist Law Clinic und viele andere haben Petitionen gestartet,
Demonstrationen organisiert und Druck aufgebaut. Immer wieder und über
Jahre konstant, jeden Gegenwind aushaltend.
Das wird oft vergessen. Politische Veränderungen wirken im Rückblick oft
selbstverständlich, aber tatsächlich stehen dahinter Menschen, die
teilweise jahrelang gekämpft haben, ohne zu wissen, ob sie den Erfolg
überhaupt noch erleben werden.
## Auf die kleinen Siege blicken
Gerade in Zeiten, in denen viele das Gefühl haben, Protest bringe nichts
mehr, in denen viele müde von den vielen Petitionen geworden sind, ist
dieser Beschluss eine wichtige Erinnerung daran, dass sich eine
Gesellschaft nicht über Nacht verändert. Systeme verändern sich, weil
Menschen unbequem bleiben, widersprechen und sich organisieren. Weil sie
nicht akzeptieren, dass Unrecht einfach so bestehen bleibt.
Natürlich ist der Beschluss des Bundesrates noch lange nicht das Ende des
Kampfes. Die Bundesregierung ist jetzt gefragt. Und selbst ein gutes
Sexualstrafrecht wird patriarchale Gewalt nicht verschwinden lassen. Dafür
braucht es auch mehr [2][Präventions- und Bildungsarbeit], Frauenhäuser,
Beratung statt immer mehr Kürzungen, wie wir sie gerade erleben.
[3][Aus Prinzip Hoffnung zu haben], bedeutet manchmal, auf die kleinen
Siege zu schauen. Denn sie beweisen, dass Druck wirkt und dass Veränderung
möglich ist. Dieser Teilerfolg macht Hoffnung, denn er zeigt, dass jeder
Protest, jede Unterschrift auf einer Petition und jede Stimme Teil von
etwas sein kann, das am Ende tatsächlich die Welt ein kleines Stück
gerechter macht. Und diese Hoffnung brauchen wir gerade mehr denn je.
12 Jul 2026
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## AUTOREN
DIR Daniela Sepehri
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