# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Straße von Hormus „bis auf Weiteres“ geschlossen
> Die Straße von Hormus ist laut dem Iran wieder dicht. Iran wirft den USA
> Vertragsbruch vor. Gespräche im Oman enden ohne große Fortschritte.
IMG Bild: Handelsschiffe in der Straße von Hormus vor Bandar Abbas am 30. Juni
## Angriffe mit Raketen und Drohnen
Nach nächtlichen [1][Angriffen des US-Militärs gegen Iran] herrschte in den
frühen Morgenstunden in mehreren mit den USA verbündeten Golfstaaten Alarm.
In Bahrain ertönten in den frühen Morgenstunden wieder die Warnsirenen, wie
das Innenministerium mitteilte. Die Bewohner wurden aufgerufen, ruhig zu
bleiben und einen sicheren Ort aufzusuchen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate gerieten wieder unter Beschuss. Dort
würden Angriffe mit Raketen und Drohnen aus Iran abgewehrt, teilte das
Verteidigungsministerium mit. Der Katastrophenschutz warnte die Bewohner
vor einer Bedrohung durch Raketen.
Das Innenministerium von Katar teilte auf der Plattform X mit, die
Sicherheitslage sei ernst. Die Einwohner sollten zu Hause bleiben, nicht
nach draußen gehen und sich von Fenstern und offenen Flächen fernhalten.
Das Verteidigungsministerium teilte mit, die Flugabwehr habe einen
Raketenangriff abgewehrt. Der katarische Nachrichtenkanal Al Jazeera
berichtete dann, Anwohner seien benachrichtigt worden, dass die Gefahr
vorüber sei.
Auch im kleinen Golfstaat Kuwait meldete die Armee „feindliche Ziele“ im
eigenen Luftraum. Bei Explosionen handle es sich um Flugabwehr, die
Angriffe abwehre. Einwohner wurden aufgerufen, Schutz zu suchen. (dpa)
## Gespräche über Straße von Hormus ohne Durchbruch
Iran und der Oman haben ihre Gespräche über [2][die Straße von Hormus] ohne
Durchbruch beendet. Beide Länder hätten beschlossen, die Gespräche auf
politischer sowie technischer Ebene fortzusetzen, „um zu einer gemeinsamen
Verständigung über die Gewährleistung der Sicherheit der Schifffahrt“ in
der Meerenge zu gelangen, hieß es in einer Erklärung des iranischen
Außenministeriums.
Nach Angaben aus Teheran nahm auch eine Delegation des Golfstaats Katar an
dem Format in der omanischen Hauptstadt Maskat teil. Katar trat den Angaben
nach als Vermittler zwischen Iran und den USA auf. (dpa)
## Iranische Tageszeitung fordert Rache
Eine auflagenstarke Tageszeitung in Iran hat eine Infografik mit
Racheaufrufen gegen Politiker aus dem Westen veröffentlicht. Auf sein
Website publizierte das Blatt Hamshahri aus der Hauptstadt Teheran eine
Collage, die [3][US-Präsident Donald Trump] und Israels Regierungschef
Benjamin Netanjahu mit einem Fadenkreuz auf der Stirn zeigt.
Auf der Infografik sind zudem die Köpfe europäischer Regierungschefs zu
sehen, allesamt in orangefarbenen Shirts, wie sie für US-Häftlinge typisch
sind. Unter ihnen ist auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). „Eine Liste
derjenigen, die auf die Vergeltung des iranischen Volkes warten müssen“,
betitelt die Zeitung den Onlineartikel. „Die Verbrecher werden den Wunsch
nach einem ruhigen Tod mit ins Grab nehmen“, heißt es in der Grafik.
Am Samstag hatte Irans Führung Vergeltung für die Tötung des Ende Februar
getöteten obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei geschworen. „Rache ist
die Forderung unseres Volkes und muss ganz gewiss erfolgen“, hieß es in
einer im Staatsfernsehen verlesenen Mitteilung, die Chameneis Sohn und
Nachfolger Modschtaba zugeschrieben wurde. (dpa)
## Kuwait meldet Beschuss und aktiviert Luftabwehr
Inmitten der iranischen Angriffswelle auf Ziele in den Golfstaaten hat
Kuwait seine Luftabwehr aktiviert. „Der Generalstab der Armee weist darauf
hin, dass alle zu hörenden Explosionsgeräusche darauf zurückzuführen sind,
dass Luftabwehrsysteme feindliche Angriffe abwehren“, erklärte das
kuwaitische Militär am Sonntag in Onlinediensten. (afp)
## Iran wirft USA Vertragsbruch vor und droht
Iran hat den USA nach der bereits dritten Angriffswelle diese Woche
Vertragsbruch vorgeworfen. „Die Zeit der einseitigen Abmachungen ist
VORBEI. Wir haben es euch gesagt: Haltet euer Wort oder zahlt den Preis“,
schrieb der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammed
Bagher Ghalibaf auf X.
Vertreter Washingtons und Teherans hatten sich Mitte Juni auf ein
Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs
ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen
endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer
Öffnung der für den Handel wichtigen Straße von Hormus.
Auch Irans Militär warf US-Präsident Donald Trump vor, Zusagen nicht
einzuhalten. „Die Amerikaner versuchen, südlich der Straße von Hormus eine
regelwidrige Route durchzusetzen, die der mit der Islamischen Republik Iran
unterzeichneten Vereinbarung widerspricht“, sagte Militärsprecher Amir
Akraminia laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim.
Gemäß dem Rahmenabkommen liege die Verantwortung bei Iran, sagte Akraminia
weiter. Teheran bemühe sich gemeinsam mit dem Golfstaat Oman, „eine
gemeinsame Verständigung und gemeinsame Regelungen in der Region
durchzusetzen“. (dpa)
## Iran: Revolutionsgarden greifen weiteres Schiff an
Iran hat nach eigenen Angaben ein weiteres Schiff in der Straße von Hormus
angegriffen. „Ein zweites Schiff, dem Verstöße gegen die Vorschriften in
der Straße von Hormus vorgeworfen werden, wurde angegriffen“, erklärten die
iranischen Revolutionsgarden am Sonntag in einer vom Staatsfernsehen und
der Nachrichtenagentur Irna verbreiteten Erklärung. Sie griffen demnach
außerdem einen US-Stützpunkt in Katar mit Raketen an.
Die Revolutionsgarden hatten bereits am frühen Sonntagmorgen nach eigenen
Angaben Warnschüsse auf ein Schiff abgefeuert, das eine „nicht genehmigte
Route“ in der Straße von Hormus befahren habe. Sie verkündeten zudem die
Sperrung der für den Welthandel wichtigen Meerenge.
Die US-Armee startete daraufhin neue Angriffe auf Iran und nahm dabei nach
eigenen Angaben rund 140 militärische Ziele ins Visier. Iran führte
Vergeltungsangriffe auf mehrere Länder in der Region aus. In den
Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Katar wurde am Sonntag Alarm
ausgelöst. (afp)
## US-Militär: Angriffswelle in Iran beendet
Das US-Militär hat eigenen Angaben zufolge seine jüngste Angriffswelle
gegen Iran beendet. Die Attacke sei ein Vergeltungsschlag für den Angriff
auf ein weiteres Handelsschiff in der Straße von Hormus gewesen, teilte das
zuständige US-Regionalkommando Centcom mit. Nach einer früheren
Centcom-Mitteilung handelte es sich dabei um das unter zyprischer Flagge
fahrende Containerschiff „GFS Galaxy“.
Insgesamt habe Centcom während der drei Angriffswellen binnen einer Woche
auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump mehr als 300 Ziele getroffen.
Damit solle die Fähigkeit Irans geschwächt werden, zivile Seeleute und
Handelsschiffe anzugreifen, die die Straße von Hormus durchquerten. Die
Durchfahrt von Handelsschiffen durch diesen wichtigen internationalen
Seeweg werde fortgesetzt, hieß es weiter.
Seit Anfang Mai hätten die US-Streitkräfte dazu beigetragen, die
erfolgreiche Durchfahrt von mehr als 800 Handelsschiffen und 400 Millionen
Barrel Rohöl durch die Straße von Hormus zu ermöglichen, teilte Centcom
mit. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen. (dpa)
## Revolutionsgarden: Haben US-Militärbasen angegriffen
Irans Revolutionsgarden (IRGC) haben sich zu Angriffen auf US-Militärbasen
in mit den USA verbündeten Golfstaaten und Jordanien bekannt. Die
Luftstreitkräfte hätten in einer ersten Phase „wichtige militärische
Infrastruktur und Anlagen“ auf dem Luftwaffenstützpunkt Prince Hassan Air
Base in Jordanien angegriffen, teilten die Revolutionsgarden über ihren
Kanal Sepah News auf Telegram mit. Die Revolutionsgarden behaupteten, mit
mehreren ballistischen Raketen ein Kommando- und Kontrollzentrum sowie
Hangars für MQ-9-Drohnen zerstört zu haben. Die Angaben ließen sich
zunächst nicht unabhängig prüfen.
Als Grund für die Vergeltungsschläge nannten die Revolutionsgarden
angebliche Versuche der USA, dem Oman „seinen Willen aufzuzwingen“. Unter
anderem hätten die USA mehrere Schiffe zur „illegalen Durchfahrt durch die
südliche Straße von Hormus“ angestiftet. Die sei durch die Reaktion der
iranischen Marine verhindert worden. Zudem hätten die USA Ziele entlang der
Südküste des Irans angegriffen. Die „fortgesetzte Aggression“ der USA werde
zu „noch schärferen Reaktionen“ führen, hieß es in der Mitteilung weiter.
(dpa)
## Besatzung verlässt brennendes Schiff vor Oman
Die Besatzung eines Containerschiffs hat nach einem Brand an Bord vor der
Küste Omans das Schiff verlassen. Die Seeleute seien in einem Rettungsboot,
teilt die britische Seefahrtsbehörde UKMTO mit. Militärbehörden hatten
gemeldet, das Schiff sei neun Seemeilen östlich von Oman am Heck beschädigt
worden, was zu einem Feuer geführt habe. (rtr)
## Iran verkündet Sperrung von Straße von Hormus
Die iranischen Revolutionsgarden haben am Sonntag die Sperrung der für den
Welthandel wichtigen Straße von Hormus verkündet. Dies gelte „bis auf
Weiteres“, meldeten iranische Staatsmedien unter Berufung auf die
Revolutionsgarden. Zuvor hätten sie Warnschüsse auf ein Schiff abgefeuert,
das eine „nicht genehmigte Route“ befahren habe. Das US-Militär startete
daraufhin neue Angriffe auf Iran.
Das Schiff sei von Warnschüssen getroffen und angehalten worden, erklärten
die Revolutionsgarden laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Das
Schiff habe wiederholt Anweisungen zur Nutzung eines genehmigten
Schifffahrtskorridors ignoriert.
Nach diesem Vorfall werde die Straße von Hormus „bis auf Weiteres und bis
zum Ende der amerikanischen Interventionen in dieser Region gesperrt,
keinem Schiff wird die Durchfahrt gestattet“, erklärten die
Revolutionsgarden. Sie drohten zudem mit Angriffen auf US-Stützpunkte in
der Golfregion.
Das US-Militär erklärte hingegen, die iranischen Revolutionsgarden hätten
ein unter der Flagge Zyperns fahrendes Containerschiff in der Straße von
Hormus angegriffen.
Nach der Vereinbarung eines Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran
im vergangenen Monat hatte vorübergehend relative Ruhe in der Region
geherrscht. In der Nacht zum Mittwoch aber begannen die USA wieder mit
massiven Angriffen auf Iran, US-Präsident Trump erklärte die mit Iran
vereinbarte Feuerpause für beendet.
Am Samstag noch empfing Omans Außenminister Badr al-Busaidi seinen
iranischen Kollegen Abbas Araghtschi, um über die Straße von Hormus zu
sprechen. Das iranische Staatsfernsehen meldete, beide hätten Meinungen
über „geeignete Mechanismen zur Gewährleistung der sicheren Durchfahrt von
Schiffen ausgetauscht“. Der omanischen Nachrichtenagentur ONA zufolge
vereinbarten beide Seiten, die Gespräche „auf technischer und politischer
Ebene“ fortzusetzen. (afp)
12 Jul 2026
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