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       # taz.de -- EU-Sanktionen: EU ringt um Sanktionen gegen Israel
       
       > In der EU ist erneut Streit über mögliche Sanktionen gegen Israel
       > entbrannt. Es geht um Einfuhrverbot für Produkte aus illegalen
       > Siedlungen.
       
   IMG Bild: Siedler nehmen an einer Einweihungszeremonie für eine neu legalisierte jüdische Siedlung, Yatziv, im Westjordanland teil
       
       In der EU ist erneut Streit über mögliche Sanktionen gegen Israel
       entbrannt. Diesmal geht es um ein Einfuhrverbot für Produkte aus illegalen
       [1][israelischen Siedlungen.] Mehr als 20 EU-Staaten fordern ein solches
       Verbot, Deutschland war bisher strikt dagegen. Doch nun kommt Bewegung in
       die Debatte, denn die EU hat erstmals konkrete Optionen für ein
       Einfuhrverbot ausgearbeitet.
       
       Eine Möglichkeit wäre demnach, den Import aus israelischen [2][Siedlungen
       im Westjordanland] kurzerhand zu verbieten. Eine andere Option lautet,
       Strafzölle auf Siedler-Produkte zu erheben. Als dritte Variante schlägt die
       EU-Kommission ein spezielles Lizenzsystem für Waren aus israelischen
       Siedlungen vor. Alle Optionen würden derzeit noch geprüft, hieß es in
       Brüssel.
       
       Umstritten ist nicht nur die Machbarkeit, sondern auch die Frage, welche
       Mehrheit für ein Verbot nötig wäre. Wenn es als außenpolitische
       Entscheidung bewertet wird, dann ist Einstimmigkeit nötig – Deutschland
       könnte das Verbot also mit einem Veto stoppen. Bei einer handelspolitischen
       Entscheidung reicht hingegen die qualifizierte Mehrheit: Deutschland könnte
       überstimmt werden.
       
       Außenminister Johann Wadephul zögert, wie so oft, wenn es um Israel geht.
       Auch Italien hält sich alle Optionen offen. Zuletzt hatten Deutschland und
       Italien gemeinsam Sanktionen verhindert. Auch Ungarn, Österreich und
       Tschechien haben sich immer wieder hinter Israel gestellt. Beim Treffen der
       EU-Außenminister am Montag in Brüssel wird daher noch keine Entscheidung
       erwartet.
       
       ## Scheu vor Entscheidungen
       
       Das Optionspapier sei bewusst vage formuliert, um eine Entscheidung zu
       verzögern, kritisieren Nahost-Experten und Juristen. Dabei sei die EU
       völkerrechtlich zum Handeln verpflichtet. „Es ist erstaunlich, dass ein
       Einfuhrverbot immer noch als Option präsentiert wird, obwohl es die einzige
       Maßnahme ist, die dem Völkerrecht entspricht“, sagt Claudio Francavilla von
       Human Rights Watch.
       
       Aus völkerrechtlicher Sicht sind die israelischen Siedlungen in den
       besetzen Gebieten illegal, das hat die EU selbst wiederholt festgestellt.
       Zudem hat Brüssel bereits 2005 klargestellt, dass Siedlungsprodukte von den
       Handelsvergünstigungen des Assoziierungsabkommens mit Israel ausgenommen
       sind. Dennoch können Siedler-Produkte immer noch fast ungehindert
       eingeführt werden.
       
       Die EU hält Israels Siedlungen für völkerrechtswidrig – importiert die
       Siedler-Produkte aber weiter. Dies sei nicht hinnehmbar, kritisieren die
       Nahost-Experten Muriel Asseburg und Martin Konečný. Freundlich-mahnende
       Worte, wie sie Wadephul bei seinem letzten Besuch in Israel fand, reichten
       nicht aus, schreiben sie im [3][Journal für Internationale Politik und
       Gesellschaft.] Berlin müsse umsteuern.
       
       [4][[Link auf
       https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/w
       eg-frei-fuer-importstopp-9179/]]Falls am Montag in Brüssel keine
       Entscheidung fällt, könnte die Regierung in Israel bis zu den Wahlen Ende
       Oktober ungeschoren davonkommen. Das nächste Treffen der EU-Außenminister
       ist nämlich erst wieder im Oktober. Premierminister Benjamin Netanjahu will
       die Wahl zu einer Art Plebiszit über seine aggressive Siedlungspolitik und
       seinen Kriegskurs gegen Iran umfunktionieren.
       
       12 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
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   DIR [2] /Israels-Siedlungspolitik/!6174941
   DIR [3] https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/weg-frei-fuer-importstopp-9179/
   DIR [4] https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/weg-frei-fuer-importstopp-9179/
       
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