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       # taz.de -- Das WM-Tagebuch des Fifa-Präsidenten: Das größte Finale aller Zeiten
       
       > Das Teilnehmerfeld einer WM zu erweitern, ist für Gianni Infantino eine
       > leichte Übung. Doch der Chef des Weltverbands denkt noch viel weiter.
       
   IMG Bild: Denker des Undenkbaren: Gianni Infantino bei der Kopfarbeit während der WM
       
       ## 13. Juli 2026
       
       Wie schön es doch ist, vor diesen wunderbaren Halbfinalspielen dieses
       Turniers ein wenig durchatmen zu können. Niemand, der auch nur einen Hauch
       Ahnung von unserer schönen Sportart hat, wird bezweifeln, [1][dass es
       perfekte Spielansetzungen sind]. Auch ich freue mich auf die Spiele mit
       Frankreich, Spanien, Argentinien und England. Allen, die nun unken mögen,
       ich oder die [2][Fifa hätten mit Zauberkräften dafür gesorgt], dass genau
       diese vier Teams ins Semifinale vorstoßen, möchte ich zurufen, dass es noch
       viel mehr Mannschaften gibt, von denen ich mir wünschen würde, dass sie in
       dieser späten Phase des Turniers noch mit dabei wären.
       
       Brasilien würde das Halbfinale ebenso bereichern wie ein Team des von mir
       so sehr geliebten Kontinents Afrika. Eine Mannschaft aus der Golfregion,
       von der so viele Investitionen für den Fußball ausgehen, hat ebenfalls
       schon lange einen Platz in der Vorschlussrunde verdient.
       
       Ich würde mich auch mit den Deutschen freuen, wenn deren Auswahl mal wieder
       weiterkommen würde als unter die letzten 32 eines Turniers. Wenn ich etwa
       an die nächste WM im Jahr 2030 denke, frage ich mich, wie wir es schaffen
       können, der Mannschaft, die vom beliebtesten TV-Experten einer Nation
       trainiert wird, einen möglichst langen Verbleib im Turnier zu ermöglichen.
       
       Das Turnier haben wir schon erfolgreich erweitert, [3][und vielleicht
       können wir es noch mehr Mannschaften ermöglichen], an einer WM
       teilzunehmen. Aber mich treibt eine ganz andre Frage um. Wie können wir das
       Teilnehmerfeld des Halbfinales erweitern, um noch mehr herausragenden
       Mannschaften die Möglichkeit zu geben, bis ins Endspiel vorzudringen? Und
       ist es wirklich in Stein gemeißelt, dass in einem WM-Finale immer nur zwei
       Teams gegeneinander spielen?
       
       Wie wäre es also mit einem Finale, bei dem vier Mannschaften gegeneinander
       antreten? Wo steht geschrieben, dass man die Regel, nach der auf zwei Tore
       gespielt wird, nicht ändern darf? Ich weiß es: nirgends steht das
       geschrieben. Lasst uns also vier Tore aufstellen, oder mehr, jedenfalls
       gerade so viele, wie nötig sind, um ein attraktives Finale mit den
       populärsten Teams der Welt zu gestalten. Vielleicht hat Italien dann auch
       einmal wieder die Chance, ein WM-Finale zu erreichen. Allein beim Gedanken
       daran, läuft mir als Kind italienischer Eltern, die in die Schweiz
       eingewandert sind, eine Träne über die Wange.
       
       Und wenn am Ende beispielsweise fünf Mannschaften die gleiche Anzahl an
       Toren geschossen haben, was wäre das Elfmeterschießen dann für ein
       Spektakel! Undenkbar? Nein. Gerade das Undenkbare zu denken, dafür hat man
       vor 10 Jahren Gianni Infantino an die Spitze dieses wunderbaren
       Weltverbandes gewählt. Dieser Erwartung gerecht zu werden, ist der Anspruch
       an mich selbst, dem ich jeden Tag auf's neue versuche gerecht zu werden.
       Und wozu? Zum Wohle des Fußballs natürlich.
       
       13 Jul 2026
       
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