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       # taz.de -- Auswirkungen des Irankriegs: Indische Seefahrt im Kreuzfeuer
       
       > Der Irankrieg trifft längst auch die zivile Schifffahrt. Die vorläufige
       > Bilanz: sechs Tote, ein Vermisster und große Unsicherheit.
       
   IMG Bild: Ein wartendes Frachtschiff in der Straße von Hormus im Juni 2026
       
       Im März erreichte die indische Millionenmetropole Mumbai die schockierende
       Nachricht vom ersten im Golf getöteten indischen Seefahrer aus der Stadt:
       Dixit Solanki. Seitdem ist trotz des mithilfe Pakistans vermittelten
       Abkommens in der Straße von Hormus keine Ruhe in Sicht.
       
       Washington bombardierte zuletzt erneut Ziele im Iran. Teheran reagierte mit
       der Schließung der wichtigen Meerenge. Am Sonntag griff der Iran den Tanker
       „GFS Galaxy“ an, der unter zyprischer Flagge ohne iranische Erlaubnis die
       Meerenge durchqueren wollte. Die Besatzung geriet unter Beschuss, seitdem
       wird ein Mann indischer Herkunft vermisst.
       
       Laut Medienberichten handelt es sich um den [1][Schiffsingenieur] Heramb
       Karmarkar aus Westindien. Das Schiff musste die Reise wegen der Schäden
       abbrechen, die restliche Crew konnte gerettet werden. Das [2][indische
       Außenministerium] verurteilte den [3][jüngsten Angriff], der eine
       anhaltende Bedrohungen für die Handelsschifffahrt darstelle, in der laut
       Regierungsangaben bis zu 350.000 Inder:innen tätig sind.
       
       „Wir bekräftigen unseren Aufruf zu einer sofortigen Deeskalation der
       Spannungen […], damit Frieden und Stabilität in der Region
       wiederhergestellt werden können“, hieß es in der Erklärung weiter. Weder
       der Iran noch die iranischen Revolutionsgarden, von denen der Angriff
       ausging, wurden darin namentlich genannt.
       
       Insgesamt starben im aktuellen Konflikt mindestens [4][sechs indische
       Seefahrer]. Im März wurde bei einem Angriff auf den Öltanker [5][„MKD
       Vyom“] erstmals ein Mann aus Indien getötet, nach einem iranischen Angriff
       auf den Öltanker [6][„Skylight“] starben zwei weitere indische
       Besatzungsmitglieder, die im Golf unter ausländischer Flagge arbeiteten. 
       
       ## Drei Tote bei US-Angriff
       
       Im Juni kam es zu einem weiteren tödlichen Vorfall, bei dem drei
       indischstämmige Seefahrer auf dem palauischen Öltanker „MT Settebello“
       getötet wurden. Sie kamen ums Leben, nachdem der Tanker von der US-Marine
       beschossen worden war. Unter den Toten sind der 44-jährige leitende
       Ingenieur [7][Patnala Suresh] aus Vizag, der kurz vor seinem Heimaturlaub
       stand; der 35-jährige Maschinist Shivanand Chaurasia aus Uttar Pradesh und
       der 23-jährige Deckkadett [8][Aditya Sharma].
       
       Adityas Vater Rajesh Sharma bat die Zentralregierung in Delhi öffentlich um
       Hilfe bei der Überführung des Leichnams seines Sohnes. „Die Reederei stand
       unter wirtschaftlichem Druck“, sagte er im indischen Fernsehen. Das
       US-Militär habe dennoch eine tödliche Entscheidung getroffen, obwohl es
       andere Möglichkeiten gegeben hätte, ein Handelsschiff unter Kontrolle zu
       bringen – etwa eine Übernahme oder die Festnahme der Besatzung.
       „Stattdessen haben sie das Schiff mit einer Rakete angegriffen“, beklagt
       Sharma. Etwa eine Woche später konnte der junge Mann im nordindischen
       [9][Hamirpur] von seiner Familie beigesetzt werden.
       
       Zudem starb der 35-jährige indische Seemann [10][Nishanth Uirthanathan] im
       Juni an Bord des Tankers „MT Celestial“ an medizinischen Komplikationen,
       während das Schiff im Hafen von Oman vor Anker lag. Schätzungen zufolge
       stammt weltweit jeder fünfte bis sechste Seemann auf großen Handelsschiffen
       aus Indien.
       
       Zu Beginn der Krise waren laut der indischen Schifffahrtsbehörde (DG
       Shipping) etwa [11][23.000 indische Seeleute] in verschiedenen Funktionen
       in der Golfregion im Einsatz. Derzeit sitzen nach Informationen der
       Internationalen Seeschifffahrts-Organisation der Vereinten Nationen (IMO)
       noch rund 6.000 Seeleute verschiedener Nationalitäten auf Schiffen dort
       fest. Laut der iranischen Handelsmarine wurden bis Anfang April ebenfalls
       [12][44 iranische Seefahrer] getötet, Angaben, die sich nicht unabhängig
       bestätigen lassen.
       
       13 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://punemirror.com/city/pune/pune-sailor-heramb-karmarkar-missing-vessel-struck-in-hormuz/
   DIR [2] https://x.com/MEAIndia/status/2076195780369821979
   DIR [3] https://www.thehindu.com/news/national/indians-on-ship-vessel-attacked-off-oman-coast-july-12-2026/article71213457.ece
   DIR [4] https://www.firstpost.com/explainers/indian-seafarers-at-risk-amid-west-asia-war-14021313.html
   DIR [5] https://www.newindianexpress.com/india/2026/Mar/03/first-indian-casualty-as-mariner-in-oil-tanker-dead
   DIR [6] https://www.ndtv.com/world-news/us-israel-iran-war-2-indians-killed-in-iran-attack-on-oil-tanker-skylight-in-strait-of-hormuz-near-oman-port-11171213
   DIR [7] https://www.wionews.com/india-news/who-was-suresh-patnala-vizag-engineer-killed-in-us-strike-days-before-15th-anniversary-1781248576307
   DIR [8] https://www.wionews.com/india-news/father-of-slain-indian-sailor-aditya-sharma-criticises-us-over-strike-on-tanker-off-oman-1781164979109
   DIR [9] https://www.hindustantimes.com/cities/chandigarh-news/himachal-seafarer-s-body-reaches-hamirpur-cremation-today-101781723058053.html
   DIR [10] https://www.indiatoday.in/india/story/indian-sailor-nishanth-uirthanathan-dies-of-medical-complications-aboard-mt-celestial-near-oman-2926450-2026-06-14
   DIR [11] https://www.reuters.com/world/asia-pacific/drones-burning-ships-indian-sailors-stranded-off-iran-just-want-go-home-2026-03-14/
   DIR [12] https://www.aljazeera.com/news/2026/5/1/more-than-40-iranian-seafarers-killed-during-us-israeli-war-union
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Natalie Mayroth
       
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