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       # taz.de -- Iván Barton: Ein Lichtblick unter den Fifa-Schiedsrichtern
       
       > Bei der WM wimmelt es nur so vor Eingriffen der VAR und
       > Fehlentscheidungen. Halbfinal-Referee Iván Barton sticht dagegen heraus.
       
   IMG Bild: Da gehts lang: Iván Barton pfeift bislang tadellos
       
       Bei keiner Weltmeisterschaft zuvor standen die Schiedsrichter so im
       Rampenlicht wie diesmal. Plötzlich kennt jeder ihre Gesichter – genau das,
       was ein Unparteiischer eigentlich vermeiden will. Normalerweise gilt: Je
       weniger sie bemerkt werden, desto besser haben sie gepfiffen.
       
       Doch statt „Boah, guck mal, wie der Bellingham aufdreht. Der führt England
       noch zum Titel, wart's ab“ hört man jetzt eher: „Ach guck, da pfeift doch
       wieder der, der die Argentinier damals durchgewunken hat.“ Oder: „Wie
       bitte? Der darf immer noch pfeifen? Der hat doch Norwegen mit
       rausgekegelt.“
       
       Die WM in Nordamerika gerät bisher zum Schiri-Chaos. Eine Panne jagt die
       nächste, und inzwischen ist sogar der [1][fast unantastbare Pierluigi
       Collina, Chef der Fifa-Schiedsrichterkommission, unter Druck]. Nur einer
       dürfte am Ende mit erhobenem Haupt aus dem Schlamassel hervorgehen: der
       salvadorianische Schiedsrichter Iván Barton.
       
       Seinen großen Moment erlebte Barton im [2][Gruppenspiel zwischen der Türkei
       und Paraguay]. Eine historische Entscheidung: Zum ersten Mal flog ein
       Spieler vom Platz, weil er sich beim Sprechen den Mund zugehalten hatte. So
       legendär wie die Entscheidung selbst war Bartons Verkündung. Über die
       Lautsprecher hallte seine Stimme durch das Stadion in San Francisco: „After
       review, number 10, Paraguay, covered his mouth. Decision is red card.“
       Paraguays Zehn, Miguel Almirón, verließ daraufhin direkt das Feld. Kein
       Protest. Kein Diskutieren. Kein verzweifeltes Zeigen aufs Vereinswappen.
       Bartons Ansage wirkte.
       
       ## Sein größtes Spiel
       
       Hätte Barton Almirón eine Woche Hausarrest verordnet, hätte der sich wohl
       freiwillig im Teamhotel eingeschlossen und die Playstation ohne Widerrede
       vor die Tür gestellt. Selbst Friedrich Merz könnte sich bei Barton noch
       etwas abschauen: „After review: All Germans work less than they should.
       Decision: Sechs-Tage-Woche.“ Jeder würde sofort folgen.
       
       Nun wartet auf den 35-jährigen Chemielaboranten aus Santa Ana die größte
       Bühne seiner bisherigen Karriere: Er pfeift das Halbfinale zwischen
       Frankreich und Spanien. Bereits sein siebter Einsatz bei einer
       Weltmeisterschaft – und mit Abstand der prestigeträchtigste. Verdient,
       findet zumindest MagentaTV-Schiedsrichterexperte Patrick Ittrich: „Der
       Schiedsrichter aus El Salvador, der nun wirklich nicht in der größten Liga
       der Welt pfeift, hat die Spiele bisher sehr souverän geleitet. Der macht
       einen richtig guten Job.“ Während das Turnier viele dunkle Schatten auf die
       Schiedsrichter wirft, bleibt Barton ein kleiner Lichtblick.
       
       13 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.eurosport.de/fussball/wm/2026/schiedsrichterchef-pierluigi-collina-weist-kritik-aegypten-der-bevorzugung-argentiniens-achtelfinale-zurueck_sto23317815/story.shtml
   DIR [2] /Fruehes-WM-Aus-der-Tuerkei/!6189422
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Rico Setz
       
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