# taz.de -- Ultrarechter gegen Friedensprozess: Kolumbiens neuer Präsident will Friedensprogramme auflösen
> Vor rund zehn Jahren hat die Regierung ein Friedensabkommen mit der
> Farc-Guerilla geschlossen. Doch Abelardo de la Espriella kündigt einen
> Kurswechsel an.
IMG Bild: Kolumbiens Präsident Abelardo de la Espriella bei einer Rede im Juni 2026
epd | Kolumbiens nächster Präsident Abelardo de la Espriella hat
angekündigt, mehrere Programme zur Umsetzung des Friedensabkommens mit der
Farc-Guerilla aufzulösen. Die 2022 gegründete Stelle zur Umsetzung des
Friedensabkommens solle zu einer Kommission für Sicherheit umgewandelt und
neu ausgerichtet werden, berichtete die Zeitung El Tiempo am Montagabend
(Ortszeit). Zudem sollten Büros im Bereich der Menschenrechte, der
nationalen Versöhnung und für den Katastrophenschutz ersatzlos gestrichen
werden.
Unter seiner Regierung werde es „keine weiteren Scheinfriedensprozesse mehr
geben“, erklärte der gewählte Präsident de la Espriella auf der
Internetplattform X. Sein Ziel sei die „Sicherheit des Volkes“, sagte
[1][der ultrarechte Politiker] und kündigte unter anderem mit Blick auf die
Sondergerichtsbarkeit eine „vollständige Zerschlagung des perversen Systems
der Straflosigkeit“ an. Dies wolle er ab seiner Amtseinführung am 7. August
umsetzen und damit auch Geld im Staatshaushalt einsparen.
## Militärische Gewalt gegen Guerillas
De la Espriella hatte sich in der Stichwahl am 21. Juni knapp gegen [2][den
linken Kandidaten Iván Cepeda] durchgesetzt. Der Anwalt und Millionär
verfolgt einen wirtschaftsliberalen Reformkurs und möchte mit militärischer
Gewalt gegen bewaffnete Gruppen vorgehen.
Im Jahr 2016 hatte der damals regierende rechte Präsident Manuel Santos ein
Friedensabkommen mit der Farc-Guerilla abgeschlossen, der größten
bewaffneten Gruppe des Landes. Der Friedensprozess stockt jedoch, auch
trotz des Versprechens des scheidenden Präsidenten Gustavo Petro, einen
umfassenden Frieden zu erreichen. Splittergruppen der Farc und Paramilitärs
verüben regelmäßig Anschläge und kontrollieren mittlerweile ganze
Landstriche. Sie finanzieren sich dabei größtenteils durch den illegalen
Goldabbau und die Produktion von Kokain, unter anderem für den europäischen
Markt. Seit [3][Beginn des Konflikts in den 1960er] Jahren wurden rund
300.000 Menschen getötet und etwa 9 Millionen vertrieben.
14 Jul 2026
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