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       # taz.de -- Deutschlands Rolle im Irankrieg: Vorbild Spanien
       
       > Deutschland könnte mehr tun, um Trump in die Schranken zu weisen. Kanzler
       > Merz muss ein Machtwort sprechen und den USA die Überflugsrechte
       > verwehren.
       
   IMG Bild: Hat zu lange versucht, gute Miene zu machen: Kanzler Friedrich Merz im März in Washington
       
       Der Irankrieg geht in eine neue Runde, es klingt wie ein Déjà-vu: Die USA
       greifen Iran an, Iran rächt sich mit Angriffen auf US-Verbündete in der
       Region. Die Straße von Hormus ist erneut blockiert, der Ölpreis schnellt
       wieder in die Höhe und US-Präsident Trump [1][droht Iran mit Angriffen auf
       dessen zivile Infrastruktur]. Er kündigt damit ähnliche Kriegsverbrechen
       an, wie sie Russland in der Ukraine begeht.
       
       Zu lange hat sich Kanzler Friedrich Merz bemüht, [2][gegenüber Trump gute
       Miene zu machen]. Dabei hat er dessen Krieg gegen Iran schon vor Monaten
       als planlos und falsch kritisiert. Doch dieser Erkenntnis müssen nun Taten
       folgen – denn je länger dieser Krieg andauert, desto mehr schadet er der
       deutschen Wirtschaft und auch dem Rest der Welt. Allein schon deshalb wäre
       es angebracht, sich aus der Rolle des willfährigen Partners und der
       eigenen, selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien.
       
       Deutschland könnte mehr tun, um Trump in die Schranken zu weisen, als nur
       Kritik zu üben. Wie Spanien könnte es den US-Kampfjets die Überflugrechte
       durch deutschen Luftraum verweigern. Es könnte juristische und politische
       Schritte gegen US-Basen auf deutschem Boden einleiten, um zu verhindern,
       dass von dort aus völkerrechtswidrigen Angriffe koordiniert werden – dazu
       hat Karlsruhe die Bundesregierung in seinem Ramstein-Urteil sogar ermahnt.
       Und es könnte sich aktiver für eine diplomatische Lösung des Konflikts
       einsetzen. Dabei müsste Deutschland geschlossen mit anderen Staaten der EU
       auftreten.
       
       Trump würde darauf sicher mit einem Tobsuchtsanfall reagieren. Aber ein
       Machtwort ist die einzige Sprache, die er versteht. Statt in Duldungsstarre
       zu verharren, würde Merz damit ein Zeichen setzen. Das würde ihm vermutlich
       auch in Umfragen gegenüber der AfD nützen. Kanzler Gerhard Schröder hat es
       schließlich auch nicht geschadet, einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg
       der USA eine Absage zu erteilen.
       
       15 Jul 2026
       
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