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       # taz.de -- Nach Verbotsplan für Kinder: Briten wollen 16- und 17-Jährigen nachts Social Media sperren
       
       > Nach dem Social-Media-Verbot für Kinder will die britische Regierung auch
       > Älteren die sozialen Medien abdrehen – zumindest zeitweise.
       
   IMG Bild: Sollen bald nachts kein Social Media nutzen dürfen: Jugendliche in London
       
       afp | Nach der Ankündigung eines Social-Media-Verbots für Kinder unter 16
       Jahren plant die britische Regierung nun auch für ältere Jugendliche
       Einschränkungen. Für 16- und 17-Jährige solle der Zugang zu Plattformen wie
       Instagram und Tiktok zwischen Mitternacht und 6.00 Uhr gesperrt werden,
       kündigte die Regierung an. Außerdem ist [1][eine Einschränkung des
       Endlos-Scrollens und anderer süchtig machender Einstellungen] geplant, die
       Kritiker allerdings für wirkungslos halten.
       
       Geplant sei, dass in den Standardeinstellungen suchterzeugende Funktionen
       wie das endlose Scrollen für ältere Jugendliche künftig deaktiviert sind.
       Die Nutzer können diese Funktionen aber wieder freischalten, sodass sich
       die Maßnahme als wirkungslos erweisen könnte. Auch die Nutzung von
       KI-Chatbots soll nach dem Willen der Regierung durch verpflichtende Pausen
       für unter 18-Jährige eingeschränkt werden.
       
       „Auch wenn junge Menschen mit 16 Jahren mehr Unabhängigkeit erlangen,
       sollten sie dennoch vor den am meisten süchtig machenden Onlinefunktionen
       geschützt werden, die sich schädlich auf ihr Wohlbefinden auswirken
       können“, erklärte Technologieministerin Liz Kendall am Dienstag. „Diese
       Maßnahmen werden entscheidend dazu beitragen, dass junge Menschen den
       Schlaf bekommen, den sie brauchen, sich auf Schule und Studium
       konzentrieren und mehr wertvolle Zeit mit Familie und Freunden verbringen
       können.“
       
       ## Vorbild Australien
       
       Der scheidende Premierminister Keir Starmer hatte Mitte Juni ein
       Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 Jahren angekündigt. Die für
       kommendes Frühjahr geplante Neuregelung soll demnach Plattformen wie
       Snapchat, Tiktok, Youtube, Instagram, Facebook und X umfassen, jedoch nicht
       den Messengerdienst Whatsapp. „Social Media machen Kinder unglücklich“,
       begründete Starmer das Vorhaben.
       
       Einige Kinderschutzorganisationen begrüßten das Vorhaben. Andere
       Organisationen warnten, die Altersgrenze könne bei jüngeren Nutzern dazu
       führen, dass sie auf noch weniger sichere Onlineangebote zurückgreifen.
       
       Australien hatte im Dezember als erstes Land der Welt [2][ein
       Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in Kraft
       gesetzt]. Es folgten inzwischen mehrere Länder, darunter Indonesien,
       Frankreich und Kanada, in denen ein solcher Schritt vollzogen
       beziehungsweise ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren angestoßen wurde.
       
       ## Beschränkungen auch in Deutschland?
       
       Auch in Deutschland wird [3][über ein Social-Media-Verbot für Minderjährige
       diskutiert]. Eine von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU)
       eingesetzte Kommission riet in ihrer im Juni vorgestellten Stellungnahme
       von einem strengen pauschalen Verbot ab. Stattdessen schlugen die Experten
       entweder eine Mindestaltersgrenze von 13 Jahren oder Beschränkungen für
       einzelne Social-Media-Angebote vor. Prien will bis zum Jahresende einen
       Gesetzentwurf erarbeiten.
       
       Ein europäisches Expertengremium riet am Dienstag zu einem
       Social-Media-Verbot in der EU für Kinder unter 13 Jahren. Darüber hinaus
       seien Beschränkungen für ältere Jugendliche denkbar, solange Onlinedienste
       sie nicht vor Suchtgefahren, Gewaltdarstellungen und Hassrede schützten,
       hieß es.
       
       EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte sich hinter die
       Vorschläge. Sie will im September ankündigen, wie sie die Empfehlungen des
       Gremiums in EU-Gesetze umsetzen will. Die EU-Kommission muss dafür zunächst
       einen Gesetzesvorschlag machen, über den anschließend das Europaparlament
       und der Rat der 27 Mitgliedstaaten beraten müssen.
       
       Für die Durchsetzung eines Mindestalters bei Onlinenetzwerken sind die
       EU-Mitgliedstaaten auf die EU-Kommission angewiesen. Sie überwacht die
       großen Onlinedienste wie Instagram, Tiktok und Snapchat und nur sie kann
       die Konzerne zu Änderungen zwingen und bei Verstößen Bußgelder verhängen.
       
       15 Jul 2026
       
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