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       # taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: EU und Ukraine schließen Drohnen-Deal
       
       > Zusammen wollen die EU und die Ukraine die Produktion von Drohnen
       > hochfahren. Derweil meldet Kyjiw erneut Attacken auf russische Schiffe.
       
   IMG Bild: Beim Besuch von EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen in Kyjiw wird sie von Präsident Selenskyj ausgezeichnet, 15. Juli
       
       dpa | Vor dem Hintergrund weiterer massiver ukrainischer Angriffe auf
       russische Schiffe und andere Ziele schließen die EU und Kyjiw eine neue
       Partnerschaft zur gemeinsamen Produktion von Drohnen. Wie
       EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einem Besuch in Kyjiw
       ankündigte, geht es darum, Stärken miteinander zu verbinden. Das Wissen,
       das die Ukraine über den Einsatz von Drohnen- und Drohnenabwehrsystemen
       erworben habe, sei wahrhaft einzigartig, sagte sie. Europa verfüge hingegen
       über enorme technologische und industrielle Kapazitäten und habe sichere
       und geschützte Produktionsstandorte, die zur Ausweitung der Fertigung
       beitragen könnten.
       
       „Die Ereignisse hier und in anderen Teilen der Welt haben uns gezeigt, wie
       wichtig es für unsere Sicherheit ist, einsatzerprobte Drohnensysteme
       schnell und in großer Stückzahl bereitstellen zu können“, sagte sie mit
       Blick auf die Kriege in der Ukraine und in Iran. Ziel des „Drohnen-Deals“
       sei es, die nötigen Impulse zu geben, um Investitionen und Produktion
       entscheidend zu steigern.
       
       Neben von der Leyen trafen auch mehrere Staats- und Regierungschefs aus
       Südosteuropa in Kyjiw zu einem Gipfel ein. Es gehe darum, das politische
       Zusammenspiel und die Kooperation im Sicherheits- und Verteidigungsbereich
       zu stärken, teilte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf der
       Plattform X mit.
       
       ## EU will Schutz für wehrfähige Ukrainer einschränken
       
       Eine neue geplante EU-Einigung sieht indes vor, dass sich wehrfähige
       Ukrainer einem Einsatz im Krieg gegen Russland künftig schwerer entziehen
       können und nach dem Willen der Mitgliedsländer nicht mehr so einfach
       Zuflucht in der EU finden. Es sollen dann nur noch diejenigen von
       vereinfachten Aufnahmeregeln profitieren, die ihren Wehrdienst in der
       Ukraine geleistet haben oder freigestellt sind, wie der Rat der EU-Staaten
       mitteilte. Die grundsätzliche Einigung soll demnach in den kommenden Wochen
       formal beschlossen werden.
       
       Die Änderung würde nur bei Männern Anwendung finden, die neu in die EU
       kommen. Nach dem Willen der EU bliebe ihnen künftig nur die Möglichkeit
       eines Asylantrags, sie hätten also deutlich geringere Aussichten auf Schutz
       und eine Aufenthaltserlaubnis.
       
       ## Ukrainer beschießen russische Tanker im Schwarzen Meer
       
       Die ukrainischen Drohnentruppen haben derweil nach eigenen Angaben mit dem
       Beschuss russischer Tanker im Schwarzen Meer begonnen. „Die ersten 20
       Tanker im Schwarzen Meer wurden in der Nacht zum 15. Juli erledigt“,
       schrieb der Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, in seinem
       Telegramkanal. Die Drohnen hätten 17 Öltanker, 2 Gastanker und 1
       Schleppschiff getroffen.
       
       Die Angaben waren zunächst nicht unabhängig zu prüfen. Zuvor berichteten
       die Ukrainer, im Asowschen Meer aktiv gewesen zu sein. Nach Angaben Browdis
       wurden im Asowschen Meer insgesamt 116 Schiffe attackiert. Damit sei „die
       erste Runde des Seekriegs beendet“, schrieb er.
       
       Nun gehe es darum, im Schwarzen Meer mindestens genauso viele russische
       Tanker zur Strecke zu bringen. Seiner Darstellung nach konzentriert sich
       die Ukraine dabei auf Schiffe der russischen Schattenflotte, die Moskau zur
       Umgehung westlicher Sanktionen nutzt. Das Asowsche Meer ist ein Randmeer
       des Schwarzen Meeres, verbunden mit diesem durch die Meerenge von Kertsch.
       
       ## Tote bei russischen Drohnenschlägen
       
       Die Ukraine [1][wehrt sich seit mehr als vier Jahren] gegen Russlands
       Invasion und [2][zielt mit ihren Angriffen einerseits] darauf, die
       russischen Besatzungstruppen von der Treibstoffversorgung abzuschneiden.
       Andererseits will Kyjiw damit den für die Kriegsfinanzierung wichtigen
       Ölexport Moskaus stören.
       
       Bei [3][russischen Angriffen auf die Hafenstadt Odessa] im Süden der
       Ukraine starben nach Behördenangaben mindestens drei Menschen. Auch aus
       anderen Teilen der Ukraine gab es Meldungen über einzelne Tote und
       Verletzte. Das russische Militär sprach von einem kombinierten Schlag mit
       „luftbasierten Hochpräzisionswaffen und Kampfdrohnen“ im Raum Odessa gegen
       Reservoirs und Anlagen zur Verschiffung von Treibstoffen für das
       ukrainische Militär. Außerdem sei eine Drohnenfabrik beschossen worden.
       
       ## US-Senatoren stellen Gesetz für neue Russland-Sanktionen vor
       
       Mehrere Senatoren der beiden großen Parteien in den USA stellten indes
       einen überarbeiteten Gesetzentwurf für neue Sanktionen gegen Russland vor.
       Die von Republikanern und Demokraten gestützte Initiative sehe Zölle von
       bis zu 100 Prozent vor, die sich gegen die größten Abnehmer von russischem
       Öl und Gas richten sollten, sagte der demokratische Senator Richard
       Blumenthal bei einer Pressekonferenz. Namentlich erwähnte er dabei unter
       anderem China und Indien.
       
       In Moskau kündigte Kremlsprecher Dmitri Peskow an, die Äußerungen aus den
       USA zu möglichen neuen Sanktionen zu analysieren. Details nannte er nicht.
       
       Aus Peking kam umgehend Kritik an dem Entwurf. Doppelmoral und Zwang würden
       sich letztlich negativ auswirken, sagte Außenamtssprecher Lin Jian am
       Mittwochmorgen. China lehne illegale, einseitige Sanktionen ohne Grundlage
       im Völkerrecht ab und werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die
       Rechte und Interessen seiner Firmen und Bürger zu schützen, sagte er.
       
       15 Jul 2026
       
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