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       # taz.de -- Sterbehilfe in Frankreich: Langes Leiden hat ein Ende
       
       > Frankreich legalisiert die aktive Sterbehilfe. Doch der Kampf um ein
       > weniger schmerzhaftes Lebensende ist nicht vorbei.
       
   IMG Bild: Sterbehilfe-Set, das in belgischen Apotheken bereits verkauft wird
       
       Lange hat es gedauert, bis [1][Frankreich die Sterbehilfe legalisiert].
       Zahllos waren die Familien, die ihre dramatischen, ausweglosen Situationen
       schilderten, weil Angehörige unheilbar krank waren und deswegen zusätzlich
       litten, weil ihnen niemand dabei helfen durfte, eine oft [2][lange und
       qualvolle Agonie z]u beenden. Wer dennoch heimlich zu Hause oder im
       Krankenhaus eine aktive oder passive Sterbehilfe leistete, musste mit einem
       Prozess rechnen. Die Hilfe beim Suizid blieb bis jetzt eine Straftat.
       
       Viele Familien, die inständig hofften, dass es ihren schwer leidenden
       Angehörigen ermöglicht werde, sich mit medizinischer Unterstützung aus
       einem unerträglich gewordenen Lebensende zu verabschieden, atmen nun auf.
       Ebenso Ärzte und Pflegende, die sich in dieser Situation ohnmächtig
       fühlten. Anderen im Bereich des Pflegepersonals, die im Gegenteil bereits
       gegen die Legalisierung der Sterbehilfe eigene Gewissensbisse geltend
       machen, versichert die gesetzgebende Nationalversammlung, dass [3][niemand
       zu einer direkten Mithilfe beim Sterben gezwungen] werde. Das muss reichen,
       um die religiösen und moralischen Einwände zu entkräften.
       
       Wie bei der Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs werden die
       konservativ-reaktionären Gegner der Sterbehilfe nicht kapitulieren. Sie
       werden alles in ihrer Macht Stehende unternehmen, um die Sterbehilfe zu
       verhindern. Die praktische Umsetzung wird zu einem neuen Kampf werden. Ein
       solcher Fortschritt ist nie hundertprozentig erzielt und gesichert. Bei
       einem Wahlsieg der extremen Rechten im kommenden Jahr ist zu befürchten,
       dass dies – sowie viele soziale Errungenschaften, Rechte und Freiheiten –
       in Gefahr gerät.
       
       Immerhin kann man positiv anmerken, dass Frankreich noch zu Reformen in
       gesellschaftspolitischen Fragen fähig ist. Das war in den vergangenen
       Jahren alles andere als voraussehbar. Das Gesetz für ein Sterben auf Wunsch
       wäre die einzige große Neuerung, an die man sich später an die
       Präsidentschaft von Emmanuel Macrons erinnern wird.
       
       16 Jul 2026
       
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