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       # taz.de -- Hitzewelle Ende Juni: RKI schätzt bisher 6.830 Hitzetote im Jahresverlauf
       
       > Die Zahl der Hitzetoten ist laut Schätzung des Robert-Koch-Instituts um
       > weitere 1.710 gestiegen. Sie könnte insgesamt aber auch doppelt so hoch
       > liegen.
       
   IMG Bild: Besser nur bei Sonnenaufgang radeln: Radfahrer in Baden-Württemberg
       
       Die Zahl der Hitzetoten in diesem Sommer hat sich nach Schätzungen des
       Robert-Koch-Instituts (RKI) auf 6.830 erhöht. Das geht aus dem
       Wochenbericht „Hitze und Übersterblichkeit in Deutschland“ hervor, [1][den
       das RKI am Donnerstag veröffentlicht hat]. Damit hat sich die Zahl der
       Hitzeopfer um weitere 1.700 in der Woche vom 29. Juni bis zum 5. Juli
       erhöht. Die tatsächliche Zahl könnte aber auch bis zu doppelt so hoch
       liegen, da das zugrunde liegende Rechenmodell des RKI durch die extreme
       Hitzewelle nur eingeschränkt aussagekräftig ist.
       
       Durch einen [2][Hitzedom] war Ende Juni mehr als eine Woche lang die
       Höchsttemperatur bundesweit auf weit über 30 Grad gestiegen. Am letzten
       Juni-Wochenende war mehrfach der Temperaturrekord gebrochen worden. An dem
       Sonntag waren 41,7 Grad in einem Ort an der Oder in Brandenburg gemessen
       worden.
       
       Die extreme Hitze hatte zu einer [3][ungewöhnlich hohen Belastung der
       Notaufnahmestationen] geführt, die nach Angaben von Feuerwehrsprechern auch
       noch an den folgenden, schon wieder kühleren Tagen angehalten hatte.
       [4][Laut einer Studie der Meteorologen der FU-Berlin] gab es rund 3.000
       zusätzliche Rettungsdiensteinsätze innerhalb von 9 Tagen in der Hauptstadt
       – ein Anstieg von 23 Prozent gegenüber normalen Sommerbedingungen.
       
       Da Hitze selten als explizierter Grund auf Sterbeurkunden steht, kann die
       Zahl der Hitzetoten nur durch statistische Methoden geschätzt werden. Das
       RKI nutzt nach eigenen Angaben dafür ein Modell, das „die in den Sommern
       der Jahre 2016 bis 2025 entstandenen Spitzen im Verlauf der Mortalität sehr
       gut unter der Annahme eines über die Zeit gleichbleibenden Effekts von
       Hitze auf die wöchentliche Mortalitätsrate erklären“ kann.
       
       Ein Problem des Modells ist aber, dass es nur die Übersterblichkeit von
       Kalenderwochen berechnet. [5][Wissenschaftler:innen weisen darauf
       hin], dass eine genauere Fokussierung auf einzelne Tage und Regionen eine
       deutlich höhere Übersterblichkeit erkennen lässt.
       
       Auch das RKI weist in seinem neusten Wochenbeginn auf dieses Problem hin.
       „Aktuell beobachten wir Sterbefallzahlen, die deutlich über den Schätzungen
       des Modells zur Beschreibung der Hitze-Mortalität liegen“, [6][heißt es in
       dem Bericht]. Das liege vermutlich vor allem daran, dass das RKI-Modell nur
       die Wochenmitteltemperatur berücksichtigt, die Tagesmitteltemperaturen am
       Ende der 26. Kalenderwoche aber deutlich höher lagen. Daher solle parallel
       die vom Statistischen Bundesamt errechnete Übersterblichkeit betrachtet
       werden. Diese wird momentan auf 13.100 geschätzt – liegt also mehr als
       doppelt so hoch als die Schätzung des RKI.
       
       [7][Das Statistische Bundesamt] hatte allein [8][für den letzten
       Juni-Sonntag] einen Rekord von 4.724 Toten ausgewiesen. Der wurde nur einen
       Tag später am Montag nochmals getoppt und erreichte 4.832. Normal wären
       tägliche Sterbezahlen von rund 2.500. An beiden Tagen sind also jeweils
       mehr als 2.000 „zu viel“ gestorben. Das sind Extremwerte, wie sie selbst
       während der Coronapandemie nicht erreicht wurden.
       
       [9][Nach Berechnungen der taz] ergibt sich aus den Zahlen des Statistischen
       Bundesamtes allein in den fünf extremsten Tagen eine Übersterblichkeit von
       rund 8.300.
       
       [10][150 Organisation hatten Anfang Juni davor gewarnt], dass die durch den
       Klimawandel wahrscheinlicher werdende Hitzedome auch in Deutschland binnen
       weniger Tage bis zu 10.000 Sterbefälle verursachen könne.
       
       Als Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei der Sommerpressekonferenz am
       Mittwoch gefragt wurde, warum er zu den extremen Folgen der Hitzewelle noch
       nichts gesagt habe, [11][antwortete er], er werde in den kommenden Tagen
       und Wochen die Wetterlage weiter beobachten und „dann gegebenenfalls auch
       öffentlich etwas dazu sagen“.
       
       16 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht_Hitzemortalitaet.html?templateQueryString=hitze
   DIR [2] /Hitzewelle-in-Deutschland/!6190925
   DIR [3] /Folgen-der-Hitze/!6195534
   DIR [4] https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2026/fup_26_097-hitzewelle-rettungsdienste-berlin-meteorologie/index.html
   DIR [5] https://www.sciencemediacenter.de/angebote/hitzetote-der-vergangenen-hitzewelle-26164
   DIR [6] https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht_Hitzemortalitaet.html?templateQueryString=hitze
   DIR [7] https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/sterbefallzahlen.html?templateQueryString=mortalit%C3%A4t
   DIR [8] /Folgen-der-Hitze/!6195534
   DIR [9] /Hitzewelle-und-Uebersterblichkeit/!6195895
   DIR [10] /Hitzewelle-in-Deutschland/!6190925
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