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       # taz.de -- Umstrittene Leihmutterschaft: Jens Spahn wird Vater – durch Leihmutter
       
       > Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten, die CDU ist strikt gegen
       > eine Reform. Unionsfraktionschef Spahn und sein Mann gingen deshalb in
       > die USA.
       
   IMG Bild: Daniel Funke und Jens Spahn: Vom Paar zur Elternschaft
       
       Berlin dpa/kna/epd/taz | Unions-Fraktionschef Jens Spahn und sein Ehemann
       Daniel Funke sind Eltern geworden. „Mein Mann ist Papa geworden, und ich
       mit ihm“, sagte Spahn der Bild. „Georg ist unser ganzes Glück. Dieses
       Gefühl lässt sich kaum in Worte fassen.“ Der Junge wurde von einer
       Leihmutter geboren und kam in den USA zur Welt.
       
       In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten. Auch eine Eizellenspende ist
       nicht erlaubt. Mediziner*innen können sich strafbar machen, wenn sie
       eine Eizelle zu einem anderen Zweck künstlich befruchten, als eine
       Schwangerschaft der Frau herbeizuführen, von der die Eizelle stammt. In den
       USA ist die Rechtslage in den Bundesstaaten unterschiedlich, in manchen ist
       Leihmutterschaft erlaubt.
       
       Bedenken gibt es in Deutschland vor allem deshalb, [1][weil eine
       Kommerzialisierung befürchtet wird.] Eine von der damaligen Ampel-Regierung
       im März 2023 eingesetzte Kommission kam zwar zu dem Ergebnis, dass eine
       Legalisierung der Eizellenspende verfassungsrechtlich möglich wäre. Doch
       auch diese Experten mahnten an, dass kommerzielle Leihmutterschaften, also
       Modelle, in denen die gebärenden Frauen bezahlt werden, verboten bleiben
       sollten. Eine Zulassung der sogenannten altruistischen Leihmutterschaft
       wäre dem Gesetzgeber möglich, wenn diese auf Ausnahmefälle beschränkt
       würde. Beispiel wäre etwa ein enges Verhältnis zwischen den Wunscheltern
       und der Leihmutter.
       
       Wegen des Verbots gibt es – wie im Fall Jens Spahn – [2][einen
       Leihmutterschaftstourismus ins Ausland.] Experten weisen darauf hin, dass
       das Geschäft von Agenturen floriert, die Leihmütter auf kommerzieller Basis
       im Ausland vermitteln. Die gängigsten Länder dabei sind die USA, Kanada,
       die Ukraine, Russland und Georgien. Schätzungen gehen von Kosten zwischen
       35.000 und 150.000 Euro aus.
       
       ## Theologe kritisiert Spahn
       
       Eine Gesetzesänderung ist in Deutschland nicht in Sicht – auch wegen der
       CDU. „Wir haben dazu nichts im Koalitionsvertrag vereinbart, und ich sehe
       dafür in der Bundesregierung auch keine Mehrheit“, sagte
       Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) im Mai in einem Interview. Die
       CDU hatte auf ihrem Bundesparteitag im Februar noch einmal ihre ablehnende
       Haltung bestätigt.
       
       „Angesichts ethischer, rechtlicher und praktischer Bedenken gegenüber
       Leihmutterschaft bekräftigt die CDU Deutschlands ihre Forderung,
       Leihmutterschaft – auch in altruistischen Modellen – in Deutschland
       weiterhin zu verbieten, um Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitliche
       Risiken zu verhindern“, heißt es in einem dort gefassten Beschluss.
       
       Auch Spahn selbst hatte sich in der Vergangenheit kritisch geäußert. „Als
       schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der
       Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden“, schrieb er im Jahr 2015 in
       einem Beitrag für das Magazin GQ. Spahn fügte dann aber hinzu: „Zu
       akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, verlangt ein
       großes Maß an Demut. Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht.“
       
       Der evangelische Theologe und Ethiker Peter Dabrock hat Spahns Umgang mit
       dem Thema kritisiert: „Ich finde bedenklich, wenn einer der mächtigsten
       Menschen der Republik sich in diese rechtliche Grauzone begibt“, sagte der
       frühere Vorsitzende des Deutschen Ethikrats dem Evangelischen Pressedienst.
       „Öffentliche Personen wie Jens Spahn haben auch eine öffentliche
       Verantwortung“, sagte Dabrock: „Es bleibt ein Gefühl der Betrübnis, dass
       sich jemand da etwas herausnimmt, weil er das Geld, die Position, die
       Möglichkeit dazu hat.“
       
       Spahn ist nicht der erste prominente Christdemokrat, der sich zu einer
       Leihmutterschaft in den USA bekennt. Der CDU-Bundestagsabgeordnete und
       Virologe Hendrik Streeck und sein Ehemann Paul Zubeil haben eine solche
       Elternschaft bereits im April bestätigt.
       
       16 Jul 2026
       
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