# taz.de -- Ebola in Uganda und DR Kongo: Letzter Ebola-Patient in Uganda aus Krankenhaus entlassen
> 42 Tage nach der Entlassung des letzten Genesenen gilt das Land als
> Ebola-frei. In der benachbarten DR Kongo hingegen gerät die Situation
> außer Kontrolle.
IMG Bild: Der letzte Ebola-Patient konnte entlassen werden: der Hinterhof des Mulago National Referral Hospitals in Kampala
Uganda hat am Donnerstag den letzten Ebola-Patienten aus dem Krankenhaus
entlassen. Gesundheitsminister Chris Baryomunsi war eigenhändig zum
staatlichen Mulago-Krankenhaus in der Hauptstadt Kampala gefahren, um dem
genesenen Patienten, dessen Name nicht veröffentlicht werden soll, ein
Zertifikat auszuhändigen. Dies bestätigt offiziell, dass er von der
tödlichen Viruskrankheit genesen sei.
„Ab heute beginnt nun der Countdown“, erklärte Gesundheitsminister
Baryomunsi. Laut offizieller Regelungen der Weltgesundheitsbehörde WHO wird
ein Land erst 42 Tage nach der Entlassung des letzten Patienten offiziell
als Ebola-frei eingestuft. 42 Tage sind doppelt so viele Tage, wie Ebola
als Inkubationszeit hat. Damit soll sichergestellt werden, dass keine
weiteren Infektionen mehr auftreten.
Seit 12 Tagen hat Uganda keine neuen Fälle mehr getestet. Laut Angaben des
Gesundheitsministeriums waren alle der insgesamt 20 Ebola-Fälle, die Uganda
seit dem Ausbruch im Mai registriert hatte, aus der benachbarten
Demokratische Republik Kongo eingeschleppt worden. 15 Infizierte waren
Kongolesen, fünf Ugander, die sich bei Kongolesen angesteckt hatten. „Nur“
zwei Patienten starben. Das sieht man in Uganda als Erfolg.
## Mehr als 2.000 Ebola-Kranke in der DR Kongo
„Das, was wir hier in Uganda sehen, ist eine andere Situation als die
derzeitige in der Demokratischen Republik Kongo“, betont
Gesundheitsminister Baryomunsi und mahnt weiterhin zu Vorsicht und
Wachsamkeit. Zu Recht: Denn die Lage im Nachbarland, wo sich das Epizentrum
des derzeitigen Ausbruchs nahe der ugandischen Grenze befindet, scheint
zunehmend außer Kontrolle zu geraten.
Mittlerweile sind im Kongo über 2.000 Kranke positiv auf Ebola getestet
worden, [1][über 700 starben bislang] an der tödlichen Fieberkrankheit, die
zu inneren Blutungen führt. Alarmierend ist, dass das Virus in immer mehr
Provinzen entdeckt wird; zuletzt in der nordöstlichen Provinz Haut-Uélé
entlang der Grenze zu Südsudan sowie in der Provinz Tshopo unweit der
Grenze zur Zentralafrikanischen Republik.
In beiden Nachbarländern herrscht ebenso wie in Kongo seit Jahrzehnten
Krieg, in beiden Ländern ist das Gesundheitssystem ebenso marode und
unterfinanziert – eine Kombination, die die Bekämpfung des Ausbruchs enorm
erschwert.
## Internationale Gesundheitsnotlage
Die WHO hat den Ausbruch in Kongo im Mai [2][offiziell als internationale
Gesundheitsnotlage] eingestuft, denn er war viel zu spät entdeckt worden.
Genanalysen des Virus ergaben, dass es sich dabei um einen seltenen
Genstrang, die sogenannte Bundibugyo-Variante handelt, gegen die erst jetzt
Medikamente und Impfungen entwickelt werden.
[3][WHO-Mitarbeiter und medizinische Hilfswerke haben in den vergangenen
Wochen alle möglichen Ressourcen mobilisiert], die Infizierten ausfindig zu
machen und zu isolieren, deren Kontaktpersonen zu testen und in Quarantäne
zu bringen. Doch die Tatsache, dass das Virus sich dennoch flächenmäßig
weiter ausbreitet, lässt darauf schließen, dass nicht alle Kontaktpersonen
ausfindig gemacht wurden und sich das Virus weiter unbemerkt verbreitet.
## Marode Versorgungslage erschwert Eindämmung
Erschwerend hinzu kommt die marode Sicherheits- und Versorgungslage in den
betroffenen Gebieten in Ostkongo, wo seit Jahrzehnten Krieg herrscht.
Manche Menschen sterben in ihren Betten zu Hause in abgelegenen Dörfern,
ohne es zu einem Krankenhaus zu schaffen. Seit Montag streiken nun die
kongolesischen Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde, weil sie seit Monaten
kein Gehalt ausbezahlt bekommen haben. In vielen Ebola-Behandlungszentren
gibt es nicht genügend Betten, Verpflegung oder gar Trinkwasser.
Vor diesem Hintergrund hatten die Nachbarländer Uganda und Rwanda die
Grenze zu Kongo im Juni geschlossen, um zu verhindern, dass weitere
Infizierte ungetestet einreisen. Auch andere Staaten wie die USA, Kanada,
Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate haben Kongolesen die Einreise
untersagt. Die [4][US-Regierung hat am Montag bekannt gegeben, dass sie
selbst ihre eigenen Staatsangehörigen nicht in ein Flugzeug in die USA
steigen lassen], wenn sie Kongo, Uganda oder Südsudan bereist haben. Sie
müssen zunächst anderswo 21 Tage bleiben, um garantiert Ebola-frei zu sein.
Ein US-amerikanischer Arzt, der in Kongo tätig war, wurde nun positiv
getestet und in ein Krankenhaus nach Frankfurt ausgeflogen, wo er behandelt
wird.
16 Jul 2026
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## AUTOREN
DIR Simone Schlindwein
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