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       # taz.de -- Jens Spahns Leihmutter-Kind: Auch in der CDU regen sich die Rücktrittsforderungen
       
       > Der erste CDU-Landesverband fordert Rücktritt Spahns in der
       > Leihmutterschaftsdebatte. Bundeskanzler Merz will den Fall im
       > CDU-Präsidium diskutieren.
       
   IMG Bild: Gelten für ihn andere Regeln? CDU/CSU-Fraktionschef Jens Spahn
       
       rtr | CDU/CSU-Fraktionschef Jens ‌Spahn gerät in der Debatte ‌über die
       Rechtmäßigkeit und Praxis von Leihmutterschaften immer stärker unter Druck.
       Mit Mecklenburg-Vorpommern forderte am Freitag ein erster CDU-Landesverband
       seinen Rücktritt. „Mit einer Leihmutterschaft in den USA hat Spahn sich in
       voller Absicht über in Deutschland geltendes Recht hinweggesetzt“, sagte
       der [1][Landesvorsitzende Daniel Peters am Freitag zu Bild]. Auch Friedrich
       Merz hat sich geäußert, er will Spahns Fall nun ins Präsidium der CDU
       tragen.
       
       Merz betonte auch, dass es bei dem in Deutschland bestehenden Verbot der
       Leihmutterschaft bleibt. „Wir haben dazu in Deutschland eine klare
       Rechtslage. Wir haben ‌in der Partei, in der CDU einen Parteitagsbeschluss.
       Ich sehe nicht, dass an der Rechtslage oder an dem Parteitagsbeschluss
       ⁠Änderungen vorgenommen werden sollen“, sagte der CDU-Vorsitzende.
       
       Er sei sich bewusst, wie sehr das Thema „in seiner ganzen Dimension
       menschlich, juristisch, gesellschaftlich, ethisch sehr viele Menschen im
       Augenblick in Deutschland aus ‌diesem aktuellen Anlass bewegt“, sagte Merz
       nach dem deutsch-französischen Ministerrat in Brühl auf die Frage, ob er
       CDU/CSU-Fraktionschef Jens Spahn verteidige. „Alles Weitere werden wir in
       der nächsten Sitzung des Präsidiums der CDU Deutschlands besprechen“. Die
       nächste Sitzung des CDU-Präsidiums findet am ⁠Montag in Berlin statt.
       
       „Die CDU steht für Glaubwürdigkeit und Klarheit, gerade in ethisch
       sensiblen Fragen. Jens Spahn ist als Vorsitzender der Unionsfraktion nicht
       mehr tragbar und muss zurücktreten“, fordert indes Peters. Er wirft ‌Spahn
       vor, für sich in Anspruch zu nehmen, als Privatperson ganz anders handeln
       zu können, als er als CDU-Mandatsträger abstimme. „Das geht überhaupt
       nicht.“ Kritik kam auch aus anderen Parteien.
       
       [2][Spahn und sein Mann sind Väter geworden], indem in den USA eine Frau
       ein Kind für sie ausgetragen hat. Sie hatten dies in den vergangenen Tagen
       öffentlich gemacht. Beide sind in den USA als Väter anerkannt worden, was
       auch die Anerkennung in Deutschland nach sich zieht – auch wenn hierzulande
       Leihmutterschaften verboten sind. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete
       Hendrik Streeck war mit seinem Ehemann diesen Weg über eine Leihmutter in
       den USA vor wenigen Monaten gegangen. ‌Die CDU hat sich auf ihrem Parteitag
       jedoch erst im Februar gegen Leihmutterschaften ausgesprochen.
       
       Bereits am Donnerstag hatte die Thüringer Landesvorsitzende der
       Frauen-Union, Marion Rosin, Konsequenzen gefordert. Spahn dürfe nicht den
       Geist der in Deutschland ⁠geltenden Regelung umgehen. „Wenn diese
       Glaubwürdigkeit verloren geht, ist Rücktritt eine Frage der Konsequenz“,
       hatte sie gesagt. CDU und Familienministerium betonten auf Anfrage, dass es
       beim Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland bleiben solle. Der neue
       Berliner CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers, ebenfalls mit ‌einem Mann
       verheiratet, äußerte ‌sich zurückhaltend: „Für mich persönlich wäre es
       nicht der richtige Weg“, [3][sagte er ⁠dem Tagesspiegel].
       
       Spahn war am Donnerstag auch von der AfD heftig kritisiert worden. Am
       Freitag warfen ihm mehrere Grünen-Politiker Doppelmoral vor. Er wolle die
       „persönliche Ebene von einer politischen ‌Bewertung trennen“, sagte etwa
       Grünen-Chef Felix Banaszak zu Welt-TV. ‌Spahn müsse jedoch Fragen nach der
       Widersprüchlichkeit in Aussagen und Verhalten beantworten. Kanzler und
       CDU-Chef Friedrich Merz hatte am Donnerstag lediglich gesagt, dass Spahn
       ihn informiert ‌und er diesem gratuliert habe.
       
       17 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.bild.de/politik/inland/jens-spahn-cdu-landesverband-fordert-seinen-ruecktritt-debatte-um-leihmutterschaft-6a59f7d561b8a80211aa962b
   DIR [2] /Spahns-Vaterglueck-durch-Leihmutterschaft/!6196573
   DIR [3] https://www.tagesspiegel.de/berlin/gesellschaft-cdu-spitzenkandidat-debatte-um-leihmutterschaft-schwierig-15849736.html
       
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