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       # taz.de -- Waren aus dem Westjordanland: Irland beschließt Einfuhrverbot aus israelischen Siedlungen
       
       > Nach langem Ringen verbietet Irland die Wareneinfuhr aus besetzten
       > palästinensischen Gebieten. Dienstleistungen sind ausgenommen – was zu
       > Streit führt.
       
   IMG Bild: Irland beschließt ein Einfuhrverbot für Waren aus israelischen Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten
       
       Acht Jahre hat es gedauert, bis das irische Parlament das Gesetz über ein
       Einfuhrverbot für Waren aus israelischen [1][Siedlungen in den besetzten
       palästinensischen Gebieten] verabschiedet hat. Ursprünglich beinhaltete der
       Gesetzentwurf von Senatorin Frances Black aus dem Jahr 2018 sowohl Waren
       als auch Dienstleistungen, doch davor waren die Regierungsparteien
       zurückgeschreckt.
       
       Ein letzter Versuch der Opposition, Dienstleistungen in das Gesetz
       aufzunehmen, ist am Mittwoch im Senat gescheitert. Die Ausklammerung
       hinterlasse eine massive Lücke, da Dienstleistungen rund 70 Prozent des
       Handels mit der Region ausmachen, argumentierten Oppositionspolitiker.
       
       Dabei heißt es auch in einer Analyse der Regierung, dass die einzig
       vernünftige Auslegung des Völkerrechts ein vollständiges Handelsverbot mit
       den [2][illegalen israelischen Siedlungen] sei. Außenministerin Helen
       McEntee räumte ein, dass das nun verabschiedete Gesetz eigentlich nicht mit
       dem Völkerrecht vereinbar sei.
       
       Der „zweigleisige Ansatz“ der Regierung bestehe darin, das Einfuhrverbot
       für Waren zu verabschieden und sich gleichzeitig bei der EU dafür
       einzusetzen, dass diese als Block Maßnahmen gegen Israel ergreift, um ein
       Handelsverbot sowohl für Waren als auch für Dienstleistungen zu verhängen.
       
       ## Boykott völkerrechtlich nicht hinreichend?
       
       Senatorin Black sagte, die Regierung habe wissentlich ein Gesetz
       abgesegnet, das einen Verstoß gegen völkerrechtliche Verpflichtungen
       beinhalte. „Und so soll es bleiben, bis auf EU-Ebene ein vollständiges
       Verbot vereinbart wird – was, wie wir wissen, möglicherweise nie geschehen
       wird.“
       
       Sie fügte hinzu, die Regierung lasse „große Unternehmen, die Handel auf der
       Grundlage von Technologie, IT und anderen Dienstleistungen betreiben,
       ungeschoren davonkommen“. Der Senator und ehemalige Generalstaatsanwalt
       Michael McDowell sagte, er stimme Black in „jedem einzelnen Wort“ zu.
       
       Paul Murphy, Abgeordneter der sozialistischen Partei „People Before
       Profit“, warf der konservativen Koalition vor, sie versuche, das Gesetz
       „vollständig auszuhöhlen“. Auch aus den eigenen Reihen kam Kritik an der
       Regierung. Der Abgeordnete der Regierungspartei Fianna Fáil, Seán Ó
       Fearghaíl, sagte, Irland habe „Angst davor, was die Amerikaner tun oder
       sagen könnten“.
       
       Der demokratische US-Kongressabgeordnete Josh Gottheimer forderte vor der
       irischen Parlamentsdebatte erneut, den Gesetzentwurf zurückzuziehen: „Es
       handelt sich um eine einseitige Maßnahme, die Israel herausgreift, während
       territoriale Streitigkeiten überall sonst auf der Welt ignoriert werden.“
       US-Unternehmen in Irland könnten gezwungen sein, sich zwischen der
       Einhaltung des irischen Rechts und der Einhaltung der Anti-Boykott-Gesetze
       in achtunddreißig US-Bundesstaaten zu entscheiden, warnte er.
       
       Die [3][Beziehungen zwischen Irland und Israel] sind schon lange recht
       kühl. Israel hat im Dezember 2024 seine Botschaft in Dublin geschlossen,
       weil das irische Parlament den Staat Palästina einstimmig anerkannt, die
       palästinensische Mission in Dublin in den Rang einer Botschaft erhoben und
       die südafrikanische Klage gegen Israel wegen Völkermordes unterstützt hat.
       
       17 Jul 2026
       
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