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       # taz.de -- Spiel um Platz 3: Schafft es endlich ab!
       
       > England gewinnt in einem torreichen „kleinen Finale“ WM-Bronze gegen
       > Frankreich. Eigentlich hätte man sich das Spiel aber auch sparen können.
       
   IMG Bild: Harry Kane hat die Bronzemedaille gewonnen, doch ist dieser Mensch wirklich glücklich?
       
       Der Trostpreis dieser WM geht an: England! Und was für ein kleines Finale
       war das bitte? Von einem „spektakulären“, „atemberaubenden“ und
       „verrückten“ Spiel ist in der englischen und französischen Presse am Tag
       darauf zu lesen. Von einem „Zehn-Tore-Spektakel“ und einem „erbitterten
       Kampf“. Zuerst die 4:0-Führung zur Pause für England, dann das kurze
       Comeback Frankreichs und schließlich der 6:4 Endstand für die Three Lions.
       
       Das ist das beste Abschneiden in einer Weltmeisterschaft für England seit
       60 Jahren. Wieder einmal wurden alle möglichen Rekorde gebrochen, ein
       weiteres Stadion gefüllt und noch mehr Umsatz gemacht, damit die Zuschauer
       endlich mal so richtig viele Tore von ihren Stars sehen dürfen. Gut, Kane
       blieb auf der Bank, vermutlich weil er keine Lust auf mögliche, unnötige
       Verletzungen hatte. Bellingham wurde immerhin zum Ende noch eingewechselt.
       
       Und diese herzliche Umarmung zwischen den Trainern Tuchel und Deschamps
       nach Abpfiff. War das nicht schön? Ist das nicht der Fußball, den sich
       jeder wünscht? Dass endlich mal befreit und ohne Druck aufs Tor geschossen
       wird? Ja, fast schon frei von jeglicher gegnerischen Verteidigung?
       
       Seien wir ehrlich: nein. Das Loser-Spiel um Platz 3 gehört endlich
       abgeschafft. So halbherzig wie die Engländer, die Bronze-Medaille um den
       Hals, ihren „Sieg“ gefeiert haben, wäre es wirklich besser gewesen, wenn
       sie zusammen mit den Franzosen direkt nach dem Ausscheiden im Halbfinale
       nach Hause geflogen wären.
       
       ## Spiel für Enttäuschte und schlechte Verlierer
       
       Das Spiel um Platz 3 ist ein WM-Spiel, das doch eigentlich niemand spielen
       will. Ein Spiel der Enttäuschten. Oder noch schlimmer: ein Spiel für
       schlechte Verlierer, wie 2006, als Deutschland zum peinlichen „Weltmeister
       der Herzen“ wurde.
       
       Diesmal glich es eher einer Runde Freundschaftsspiel, zu der man gezwungen
       ist, bevor man endlich wieder zurückfliegen darf. Das französische Spiel in
       der ersten Halbzeit spiegelte genau das wider. In der zweiten Hälfte haben
       sie sich vermutlich nur noch zusammengerissen, um ihrem Trainer Didier
       Deschamps zuliebe die totale Blamage zu verhindern. Schließlich war es
       [1][das letzte Spiel seiner Karriere].
       
       Ah ja, und damit Mbappé vielleicht doch wenigstens den Goldenen Schuh bei
       dieser WM gewinnt. Schließlich konnte er dank des Spiels um Bronze noch
       zwei Tore mehr zu seiner Statistik hinzufügen. Wettbewerbsverzerrend ist
       dieses komische Spiel um Nichts also auch noch.
       
       Wenn es diesmal überhaupt einen Gewinner bei diesem Duell der Verlierer
       gibt, dann ist das Thomas Tuchel. Er hat es geschafft, die [2][Gemüter der
       Engländer] etwas zu beruhigen. Vielleicht darf er ja doch noch bis zur EM
       im eigenen Land Trainer bleiben. Und da gibt’s ja dann zum Glück kein Spiel
       um Platz 3.
       
       19 Jul 2026
       
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