# taz.de -- Dschihadisten-Angriff in Mali: Mindestens 50 Soldaten in Hinterhalt getötet
> Es ist einer der blutigsten Angriffe auf die Armee: Islamistische Kämpfer
> und mit ihnen verbündete Tuareg töten im Norden mindestens 50 Soldaten.
IMG Bild: Ein Konvoi militanter islamistischer Kämpfer 2012 in Gao, Nordmali
afp | Bei einem gemeinsamen Angriff von Dschihadisten und
Tuareg-Separatisten im Norden Malis sind mindestens 50 Soldaten getötet
worden. Wie am Sonntag aus Militärkreisen und von einem der Militärjunta
nahestehenden Kommunalpolitiker verlautete, war der Konvoi am Samstag beim
Verlassen der strategisch wichtigen Stadt Anefis in einen Hinterhalt
geraten.
„Die vorläufige Bilanz des Angriffs ist äußerst schwerwiegend: Mehr als 50
Soldaten wurden getötet und mindestens 24 gefangen genommen“, sagte der
Politiker der Nachrichtenagentur AFP. Es handelte sich um [1][einen der
tödlichsten Angriffe auf die malische Armee seit Jahren]. Der Konvoi war
den Angaben zufolge auf dem Weg in die nordmalische Großstadt Gao. Um
Anefis hatte es [2][in den vergangenen Wochen] heftige Kämpfe gegeben.
Wie das malische Militär in einer Pressemitteilung bestätigte, war am
Samstag ein Konvoi der malischen Armee und verbündeter russischer Kämpfer
des Africa Corps bei Tabrichat angegriffen worden von einer Koalition aus
Tuareg-Rebellen der FLA (Befreiungsfront von Azawad) sowie der mit Al-Kaida
verbundenen Terrorgruppe JNIM.
Die Armee machte keine Angaben zu möglichen eigenen Verlusten. Stattdessen
erklärte Malis Armee, die Luftwaffe habe nach dem Hinterhalt mehrere
mutmaßliche Stellungen der Angreifer bei Tabrichat bombardiert. Dem Konvoi
sei es gelungen, den Hinterhalt zu durchbrechen und seine Fahrt
fortzusetzen.
## Großangelegte Offensive
Anfang Juli hatten die mit dem Extremistennetzwerk al-Qaida verbundene
Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime (JNIM) sowie die
separatistische Befreiungsfront des Azawad (FLA) die Stadt bei einer
großangelegten gemeinsamen Offensive vorübergehend eingenommen. Dabei
umzingelten sie das von der malischen Armee und russischen Paramilitärs des
sogenannten Afrikakorps verteidigte Militärlager.
„Einige unserer Männer wurden regelrecht hingerichtet“, hieß es einer
Quelle in der malischen Armee zu dem jetzigen Angriff auf den Konvoi. Es
werde untersucht, welche taktischen Fehler zu der schweren Niederlage
geführt hätten. „Wir versuchen herauszufinden, was unsere Männer
tatsächlich so verwundbar gemacht hat.“
Die russischen Paramilitärs hatten nach Angaben aus mehreren Quellen zum
Zeitpunkt des Angriffs bereits Gao erreicht und erlitten keine Verluste.
„Es gab ein Koordinierungsproblem zwischen den Russen und der Armee“, sagte
ein Politiker der Region.
## Allianz gegen die malische Militärjunta
JNIM und FLA bekannten sich zu dem Angriff. Die malische Armee hatte am
Samstag erklärt, ihr Konvoi sei „in einen von bewaffneten Terrorgruppen
gelegten Hinterhalt geraten“, zunächst aber keine Opferzahl genannt.
Tuareg-Separatisten und Dschihadisten hatten im Mai eine Allianz gegen die
malische Militärjunta verkündet.
Mali wird seit 2012 von einem bewaffneten Konflikt erschüttert. Neben mit
al-Qaida und der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verbundenen
Gruppen sind Tuareg-Separatisten und bewaffnete kriminelle Gruppierungen in
dem Land aktiv.
Seit zwei Militärputschen in den Jahren 2020 und 2021 wird Mali [3][von
einer Junta] regiert. Diese beendete die Zusammenarbeit mit Frankreich und
anderen westlichen Partnern und setzt im Kampf gegen die Aufständischen vor
allem auf russische Kräfte.
19 Jul 2026
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