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       # taz.de -- Plattform mit Fakes und Ramsch: EU verhängt 550-Millionen-Euro-Strafe gegen Aliexpress
       
       > Vieles gefälscht oder sogar gefährlich: Das chinesische Online-Kaufhaus
       > Aliexpress muss eine hohe Strafe zahlen, weil es nicht genug gegen
       > illegale Produkte tat.
       
   IMG Bild: Mitarbeiter:innen von Aliexpress im chinesischen Nantong
       
       afp Gefälschte Markenkleidung, unsicheres Spielzeug und gefährliche
       Kosmetika: Wegen des Verkaufs illegaler Produkte hat die EU-Kommission eine
       Strafe in Höhe von 550 Millionen Euro gegen die chinesische
       Online-Handelsplattform Aliexpress verhängt. Aliexpress habe es versäumt,
       „wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko der Verbreitung verbotener
       Produkte zu verringern“, erklärte die Brüsseler Behörde am Montag. Das
       Unternehmen bezeichnete die Strafe als „unverhältnismäßig“.
       
       „Risiken müssen systematisch ermittelt und angegangen werden“, erklärte
       EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen. Die EU fordere Aliexpress dazu auf,
       „entsprechende Maßnahmen zu ergreifen“.
       
       Brüssel wirft der Onlineplattform vor, nicht genügend Personal für die
       Überprüfung der Produkte beauftragt zu haben. So hätten Kontrolleure
       teilweise nur zehn bis 20 Sekunden Zeit, um ein Produkt zu prüfen, sagte
       eine hochrangige Kommissionsvertreterin.
       
       Zudem hätten die Empfehlungs- und Werbesysteme der Website den Kunden
       illegale Produkte angepriesen, heißt es in einer Erklärung der Behörde.
       Trotz der Bemühungen des Unternehmens seien Nutzern aus der EU „fast 15
       Millionen verbotener Produkte“ auf der Plattform empfohlen worden, sagte
       ein Kommissionssprecher. Sanktionsrichtlinien gegen Händler, die illegale
       Produkte anboten, seien von Aliexpress „nicht angemessen durchgesetzt“
       worden, kritisierte die Brüsseler Behörde weiter.
       
       ## Aliexpress muss bis Oktober Gegenmaßnahmen liefern
       
       Das Unternehmen erklärte, es sei mit der Entscheidung der Kommission „nicht
       einverstanden“. Die Strafe spiegele nicht die „erheblichen“ Verbesserungen
       wider, die Aliexpress bei Risikominderung und Produktsicherheit vorgenommen
       habe, heißt es in einer Stellungnahme. „Wir prüfen die Entscheidung
       sorgfältig und erwägen alle verfügbaren Optionen.“
       
       Auf Aliexpress werden Produkte chinesischer Unternehmen verkauft,
       wichtigster Absatzmarkt ist die EU. Insgesamt zählt die Plattform 193
       Millionen Nutzer. Das Unternehmen gehört zur Alibaba-Gruppe, deren Umsatz
       2025 rund 122 Milliarden Euro betrug.
       
       Das EU-Verfahren gegen Aliexpress wurde im März 2024 eröffnet. Verstöße
       gegen das [1][EU-Gesetz über digitale Dienste (DSA)] seien bis in den
       Sommer 2025 festgestellt worden, erklärte die EU-Kommission. Es ist die
       bisher höchste Strafe unter dem DSA, das 2022 in Kraft getreten ist.
       
       [2][Im Dezember wurde eine Strafe in Höhe von 120 Millionen Euro gegen den
       Onlinedienst X von US-Milliardär Elon Musk verhängt]. Im Mai folgte eine
       Strafe gegen den asiatischen Online-Billighändler Temu in Höhe von 200
       Millionen Euro. Das Gesetz erlaubt Geldstrafen von bis zu sechs Prozent des
       Jahresumsatzes eines Unternehmens.
       
       Aliexpress hat nun bis zum 20. Oktober Zeit, um einen Maßnahmenplan
       vorzulegen. Bei Nichtbefolgung der EU-Vorgaben drohen weitere
       Strafzahlungen.
       
       Der deutsche Europaabgeordnete Andreas Schwab (CDU) begrüßte die
       Entscheidung der Kommission als „klaren Sieg für den Verbraucherschutz und
       für den fairen Wettbewerb in Europa“. Das „harte Durchgreifen“ der
       Kommission beweise, dass das DSA „eine spürbare Hebelwirkung entfaltet“,
       erklärte Schwab.
       
       20 Jul 2026
       
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