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       # taz.de -- AfD-Kranz bei NS-Gedenken: Mach mit, wirf's weg
       
       > Die AfD instrumentalisiert das Gedenken an das Hitler-Attentat, Tobias
       > Korenke wollte ihr das nicht durchgehen lassen. Dafür gebührt ihm unser
       > Dank.
       
   IMG Bild: Tobias Korenke (Bildmitte) beim Versuch, den Kranz der AfD beim Gedenken im Bendlerblock zu entfernen
       
       Ein Eklat! So schreiben es die Medien, so berichtet das Fernsehen. Tobias
       Korenke, Großneffe des NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, hat es
       gewagt, [1][einen Kranz entfernen zu wollen], gestiftet von der AfD
       anlässlich der Feierlichkeiten zum Jahrestag des Hitler-Attentats am 20.
       Juli 1944. Sein Ansinnen wurde von Bundespolizisten verhindert, er selbst
       von der Veranstaltung ausgeschlossen.
       
       Fragt sich nur: Wo ist der Eklat? Ist es nicht vielmehr so, dass der Kranz
       der AfD, einer [2][in Teilen rechtsextremen Partei], auf einer Versammlung
       zu Ehren der Widerstandskämpfer absolut nichts zu suchen hat? Ist
       entsprechend nicht Korenkes Aktion der Eklat, sondern die Tatsache, dass
       diese Partei den Kranz überhaupt ablegen darf? Und hat sich die
       Bundespolizei nicht zum Büttel der rechten Geschichtslügner gemacht?
       
       Genau so ist es. Ein Kranz ist nämlich nicht bloß ein bisschen Grün, mit
       einer Schleife versehen. Er steht für eine Ehrenbezeugung. Sein Stifter
       bekennt sich damit, in einer Traditionslinie mit dem Widerstand zu stehen.
       
       Das darf man der AfD nicht durchgehen lassen. Die Frauen und Männer des 20.
       Juli 1944 einte über [3][alle gegensätzlichen politischen Positionen] der
       Wille, einen Massenmörder und Staatschef zur Strecke bringen zu wollen.
       Unter ihnen befanden sich konservative Militärs wie überzeugte
       Sozialdemokraten.
       
       [4][Dietrich Bonhoeffer] war evangelischer Theologe. Er wurde im KZ
       Flossenbürg ermordet. Die AfD bemüht sich schon lange, sich in eine Linie
       mit dem Widerstand des 20. Juli zu platzieren. Von Stauffenberg bis Anne
       Frank: Kein Toter ist vor ihrer geistigen Umarmung sicher. Zugleich ist die
       Partei ein Meister darin, Gegensätze zwischen faschistischer Diktatur und
       demokratischem Rechtsstaat zu verwischen, um umso einfältiger gegen die
       Regierenden zu agitieren.
       
       Tobias Korenke gebührt für seine Aktion unser Dank. Er hat die Verhältnisse
       wieder zurechtrücken wollen. Eine Ehrenbezeugung der AfD gehört nicht auf
       eine Veranstaltung zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Kränze
       dieser Partei haben an einem Ort, wo Nazi-Gegner erschossen wurden, nichts
       zu suchen. Solche Kränze gehören auf den Müll. Ende.
       
       21 Jul 2026
       
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   DIR Klaus Hillenbrand
       
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