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       # taz.de -- Nach dem Polizeieinsatz in Delhi: Modi reagiert auf Indiens Jugendproteste
       
       > Premierminister Modi kündigt die Bestrafung der Schuldigen im
       > Prüfungsskandal an, der die Proteste ausgelöst hatte. Die Opposition
       > erhöht den Druck.
       
   IMG Bild: Der indische Premierminister Narendra Modi bei einer Rede am Montag, als er noch nichts zu den Protesten sagen wollte
       
       Indiens Jugend bleibt im Protestmodus. Nachdem Sicherheitskräfte am Montag
       [1][einen nicht genehmigten Marsch] zum Parlament im Zentrum der indischen
       Hauptstadt Delhi gewaltsam gestoppt hatten, gingen die Proteste am
       Dienstagmorgen am designierten Protestplatz Jantar Mantar weiter.
       
       Premierminister Narendra Modi von der hindunationalistischen Volkspartei
       (BJP) äußerte sich am Dienstag erstmals zu den im Mai ausgebrochenen
       Protesten. Er kündigte an, die für die Vorabveröffentlichung der
       Prüfungsfragen des nationalen Aufnahmetests eines Medizinstudiums
       Verantwortlichen zu bestrafen. Dass rund zwei Millionen Bewerber:innen
       die Aufnahmeprüfung wiederholen mussten, hatte den Frust der Jugend über
       das mutmaßlich korrupte Bildungssystem und die fehlenden
       Zukunftsperspektiven angefacht.
       
       Der Historiker Ramachandra Guha wertet die Proteste als Zeichen eines
       vernachlässigten Bildungssektors. Der Anteil des Bildungsministeriums am
       Bundeshaushalt sei seit Modis Amtsantritt 2014 nahezu halbiert worden,
       schrieb Guha auf X.
       
       Bereits am Montag hatten zwei Vertreter der im Internet entstandenen
       Protestbewegung „Kakerlaken-Volkspartei“ (Cockroach Janta Party/CJP) den
       BJP-Gesundheitsminister Jagat Prakash Nadda getroffen. Es war das erste
       offizielle Gespräch zwischen Regierung und Jugendbewegung. Doch blieben
       konkrete Ergebnisse aus.
       
       ## Oppositionsführer bezeichnet die Proteste als „legitim“
       
       Die Oppositionsparteien nutzen die Proteste, um den Druck auf Modi, der
       erst kürzlich zum dienstältesten Premier der indischen Geschichte wurde, zu
       erhöhen. Mehrere oppositionelle Politiker:innen verurteilten den
       Einsatz von Tränengas und Schlagstöcken gegen die Demonstrierenden.
       
       Oppositionsführer Rahul Gandhi und seine Schwester Priyanka, beide von der
       Kongress-Partei, forderten am Dienstag vor Modis Residenz Aufklärung über
       das Vorgehen der Polizei. Gandhi besuchte zudem verletzte Demonstrierende.
       Er nannte die Forderungen der Protestierenden „legitim“ und warf Modi vor,
       „jugendfeindlich“ zu handeln.
       
       „Die Regierung will weder Verantwortung übernehmen noch eine Debatte
       darüber im Parlament führen“, kritisierte Gandhi. Modi verspiele die
       Zukunft von Indiens Jugend. Modi forderte den Rücktritt des Premiers sowie
       des Innenministers.
       
       Der Klimaaktivist Sonam Wangchuk, dessen Hungerstreik der Protestbewegung
       neuen Schwung verschafft hatte, kündigte die Fortsetzung seines
       Hungerstreiks an. In Delhi und Mumbai gingen die Proteste am Dienstag
       weiter. Bereits am Montag hatte es Solidaritätskundgebungen auch in London
       und vor Indiens Botschaft im Berliner Tiergarten gegeben.
       
       21 Jul 2026
       
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