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       # taz.de -- Gewalttat in Stade: Täter von Stade begeht Suizid
       
       > Der Mann, der in Stade sechs Sozialarbeiter*innen in einer
       > Mutter-Kind-Einrichtung erschoss, ist tot in seiner Zelle aufgefunden
       > worden.
       
   IMG Bild: Blick in einen Haftraum in der Justiz-Vollzugsanstalt Bremervörde, Niedersachsen
       
       Der Täter von Stade ist tot. Das teilte das niedersächsische
       Justizministerium am Dienstagmittag mit. Der Pressemitteilung zufolge wurde
       er morgens um 6 Uhr bei der üblichen Lebendkontrolle in seiner Einzelzelle
       tot aufgefunden. Sein Körper sei da schon erkaltet gewesen, ein Notarzt
       habe den Tod durch Strangulation festgestellt. Die Ermittlung der genauen
       Umstände laufe noch, bisher gebe es aber keine Hinweise auf
       Fremdverschulden.
       
       Der 45-Jährige saß in der JVA Bremervörde in Untersuchungshaft, weil er
       dringend tatverdächtig war, [1][Ende Juni sechs Mitarbeiter*innen bei
       einem geplanten Hilfeplangespräch in einem Mutter-Kind-Heim in Stade
       erschossen zu haben]. Bei dem Gespräch sollte es um den zukünftigen Umgang
       mit seiner drei Monate alten Tochter gehen. Das Baby war vom Jugendamt in
       Obhut genommen worden, weil der [2][Verdacht bestand, dass es geschüttelt
       worden war.]
       
       Bei dem Termin starben vier Frauen und zwei Männer. Es handelte sich um
       drei Mitarbeitende der Einrichtung und drei Mitarbeitende des Jugendamtes
       der Region Hannover, aus der die Familie stammt. Die 34-jährige Mutter des
       Kindes soll der mutmaßliche Täter vorher aus dem Raum geschickt haben.
       
       ## Flucht mit der Patentante
       
       Danach flüchtete er gemeinsam mit einer 65-Jährigen, die sich selbst als
       Patentante des Kindes bezeichnet hat. Sie hatte sich zuvor wegen des
       anhaltenden Sorgerechtsstreits an die Presse gewandt und in langen,
       detaillierten Schreiben erklärt, der Familie sei Unrecht geschehen. Für
       Schlagzeilen hatte dabei auch gesorgt, dass es sich bei dieser Frau um die
       Schwiegermutter des niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und
       Teilhabe, Deniz Kurku, handelt.
       
       Das Ermittlungsverfahren wird nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Stade
       trotzdem zunächst fortgesetzt. Zwar kann gegen Tote keine Anklage erhoben
       werden, man arbeite aber nach wie vor daran, den Tathergang aufzuklären und
       eventuelle Tatbeteiligungen Dritter zu ermitteln, sagte eine Sprecherin am
       Dienstag. Das betrifft auch die beiden Frauen aus dem Umfeld des
       mutmaßlichen Haupttäters.
       
       Dessen Vorgeschichte hatte einige Fragen aufgeworfen. Der Mann wurde zwar
       in Goslar geboren, war aber türkischer Staatsbürger. Medienberichten
       zufolge soll auch in der Türkei schon einmal wegen des Missbrauchs einer
       Tochter aus einer früheren Ehe gegen ihn ermittelt worden sein, er soll
       dort außerdem mit einem Haftbefehl gesucht worden sein. Bevor er in der
       Region Hannover ansässig wurde, habe er sich zudem in einer ganzen Reihe
       anderer Länder aufgehalten, berichtet unter anderem der Spiegel.
       
       21 Jul 2026
       
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