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       # taz.de -- Mamdani und die Netanjahu-Festnahme: Taktisch richtig, moralisch klar
       
       > New Yorks Bürgermeister kann den israelischen Premier nicht festnehmen
       > lassen. Das zeigt umso mehr: Die US-Linke muss für das Völkerrecht
       > streiten.
       
   IMG Bild: Wenn der israelische Premier Netanjahu im September nach New York City kommt, kann Bürgermeister Mamdani ihn nicht festnehmen lassen
       
       Wenn Benjamin Netanjahu im September nach New York City kommt, kann die
       Stadt den israelischen Premier [1][nicht festnehmen lassen]. Das hat
       Bürgermeister Zohran Mamdani nach einer ausführlichen Rechtsprüfung bekannt
       gegeben.
       
       Linke könnten da auf Gedankenspiele kommen: Wenn die bürgerlichen Parteien
       permanent ihr eigenes Recht beugen, um gegen politische Gegner vorzugehen,
       wieso dann nicht auch die Linke? Wieso nicht trotzdem [2][einen
       international gesuchten Kriegsverbrecher] festnehmen lassen, Befugnis hin
       oder her? Quasi eine unmittelbare Rechtsbeugung, um höherem Recht Geltung
       zu verschaffen.
       
       Das ist es scheinbar, was einige Linke im Kopf haben, die Mamdani jetzt für
       seinen Rückzieher kritisieren. Sie verweisen auf ein Wahlkampfversprechen
       Mamdanis. Auf die Frage, ob er Netanjahu als Bürgermeister festnehmen
       lassen würde, obwohl die USA das Rom-Statut des Internationalen
       Strafgerichtshofs (IStGH) nicht unterzeichnet haben, bejahte Mamdani noch
       ohne Umschweife.
       
       Dabei ist es richtig, dass Mamdani sich jetzt an US-Recht hält. Allein aus
       taktischen Gründen wäre es falsch, die NYPD im September auf Netanjahu
       anzusetzen. Denn der Bürgermeister würde damit offen auf Kriegsfuß mit
       Trump und der Bundesregierung stehen, was die Umsetzung seiner Politik in
       NYC gefährden würde. Auch darüber hinaus ist es wichtig, dass Mamdani nicht
       nur mit moralischer Klarheit über Israels Verbrechen spricht, sondern
       daraus auch eine Verpflichtung auf das internationale Recht ableitet.
       
       Linke kritisieren berechtigterweise, dass dieses Recht nur selektiv
       angewandt wird. Und trotzdem existiert mit dem Völkerrecht eine gemeinsame
       Sprache und [3][ein zivilisatorischer Minimalkonsens], den Progressive
       nicht aufgeben können.
       
       Mamdani und die demokratischen Sozialisten gewinnen bei den Demokraten
       massiv an Einfluss. Die Partei und die USA auf Kurs zum internationalen
       Recht zu bringen – etwa durch eine Anerkennung des IStGH – sollte ihre
       Minimalforderung sein.
       
       22 Jul 2026
       
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