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       # taz.de -- Kürzungen bei der Integrationsarbeit: Keine Finanzierung, kein Deutschkurs, keine Fachkräfte
       
       > Integrationskursen soll die Finanzierung gekürzt werden. Eter Hachmann
       > von DaMOst und Volkshochschul-Leiter René Nohr sind frustriert.
       
       Gäste sollen wie Könige behandelt werden. Das wünscht sich Eter Hachmann,
       Vorstandsvorsitzende von DaMOst, dem Dachverband der
       Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland. Pläne des
       Innenministeriums unter Alexander Dobrindt (CSU), [1][die Mittel für
       Integrationskurse drastisch zu kürzen] und somit Ukrainer:innen,
       EU-Bürger:innen, Asylsuchende im laufenden Verfahren sowie Geduldeten die
       Chance auf einen Sprachkurs zu erschweren, gleichen mehr einem knappen
       Kopfnicken als einer willkommenheißenden Begrüßungsumarmung.
       
       In der neuen Podcastfolge „Mauerecho – Ost trifft West“ adressiert Hachmann
       Minister:innen, die nicht wüssten, wie mit Gästen umzugehen sei: „Machen
       Sie das bitte georgisch. Wenn der Gast kommt, dann muss man das Beste vom
       Besten rausholen, unabhängig davon, ob der Gast nur für eine Nacht bleibt,
       für eine Woche oder für zwei Jahre.“ Im besten Fall würden die Menschen
       sich dann entscheiden, in Deutschland zu bleiben, und ihre Arbeitskraft
       hier einbringen, die gerade im Osten dringend gebraucht werde.
       
       ## Weniger Geld heißt schwindende Integrationskurse
       
       Aus der Praxis eines Kursträgers heraus mahnt René Nohr, Geschäftsführer
       der Volkshochschule Bingen am Rhein in Rheinland-Pfalz, Schwierigkeiten bei
       der Durchführung von Integrationskursen an. Die finanziellen Kürzungen und
       die Zugangshürden für motivierte Sprachlernende verknappen das Kursangebot
       so stark, das Klassen nicht ausreichend gefüllt werden könnten. Hätten an
       seiner VHS vor zwei Jahren noch 24 Integrationskurse angeboten werden
       können, schrumpfte das Angebot auf 16 im vergangenen und 8 in diesem Jahr.
       „Das heißt, der Kurs kann gar nicht mehr stattfinden. Auch für diejenigen,
       die noch einen Berechtigungsschein bekommen, wird es schwieriger, einen
       Kurs zu finden.“ Gerade in ländlichen Gegenden mit weniger Angebot und
       schlechter Mobilität sei das ein Problem, sind sich beide
       Podcast-Gäst:innen einig.
       
       Frustriert zeigt sich Nohr auch über die vermeintliche Logik hinter der
       politischen Entscheidung: „Es ist aus jeder Perspektive dumm. Das kostet
       den Staat wesentlich mehr Geld, weil die Leute kein Deutsch mehr lernen.
       Und dann können sie nicht arbeiten. Das heißt, die Sozialleistungen werden
       länger bezahlt.“ Länger ausgezahlte Sozialleistungen böten wiederum
       Grundlage für kritisierende Fingerzeige von außen. Dabei würden die
       betroffenen Menschen längst arbeiten, wenn sie die Möglichkeit bekämen,
       einen Deutschkurs zu besuchen, ärgert sich Nohr.
       
       ## Der Hürdenlauf in der Integrationsarbeit
       
       Von der Bundesregierung wünschen sich beide Gäst:innen eine bessere
       Finanzierung für Integrationsprojekte und Projekte der politischen Bildung.
       Eter Hachmann konkretisiert: „Ich erwarte, dass man sich wirklich mit der
       Frage beschäftigt, wie machen wir es den Menschen und den Kommunen
       einfacher, demokratische und politische Bildung zu betreiben, und zwar ohne
       große Hürden und ohne großen Aufwand.“ Denn gerade solche Projekte sorgten
       für Austausch und Miteinander.
       
       Was es heißt, [2][wenn die Arbeit von Verbänden durch Akteure:innen der
       Politik verkompliziert wird], hat unser Host Dennis Chiponda am eigenen
       Leib erfahren, als er für den Dachverband Sächsischer
       Migrant:innenorganisationen (DSM) gearbeitet hat. Der Verband
       agierte als Bindeglied zwischen mehr als 60 migrantischen Initiativen und
       der Politik und organisierte Projekte, die Integration fördern sollten. Was
       Chiponda und Hachmann aus der Insolvenz des DSM vor zwei Jahren für den
       zukünftigen Umgang mit der Politik gelernt haben, hört ihr in der neuen
       Folge Mauerecho – überall da, wo es Podcasts gibt.
       
       „Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der taz panterstiftung. Er
       erscheint alle zwei Wochen donnerstags auf [3][taz.de/mauerecho] sowie
       überall, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank gilt unserer neuen
       Redakteurin Jacqueline Kamp und unserem Sounddesigner Sebastian Jautschus.
       
       23 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Dennis Chiponda
   DIR Jacqueline Kamp
       
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