# taz.de -- Zukunft der Windkraftenergie: Die Union kommt mit der Abrissbirne
> Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sorgt dafür, dass der Ausbau der
> Erneuerbaren einen Rückschritt erfährt. Jetzt ist die Windkraft dran.
IMG Bild: Die Branche fürchtet einen Ausbaustopp durch die überaus kompetente Wirtschaftsministerin; Windradbau in NRW
Wäre die Windkraftindustrie Deutschlands Autobranche, gäbe es jetzt einen
Riesenaufschrei: Arbeitsplätze stehen zuhauf auf der Kippe. Das
[1][Erneuerbare-Energien-Gesetz ist der Taktgeber der Branche,] doch
CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat mit ihrer Neufassung eine
Partitur geschrieben, die das Konzert zum Schweigen bringt, die Branche
fürchtet einen Ausbaustopp.
Da ist der Netzanschluss: Wer künftig ein Windrad baut, hat nach Reiches
Entwurf kein Recht mehr darauf, seinen produzierten Strom garantiert ins
Netz einzuspeisen. Und da ist der sogenannte Redispatch: Windradbetreiber
sollen in sogenannten Engpassgebieten nicht mehr entschädigt werden, wenn
ihre Anlagen wegen [2][zu viel Strom im Netz zwangsweise abgeschaltet]
werden. Für den Netzausbau sind die Netzbetreiber zuständig – häufig
Hedgefonds, die an staatlich garantierter Rendite interessiert sind, nicht
aber am Netzausbau. Ohne garantierten Netzanschluss, ohne garantierte
Entschädigung lassen sich Kredite nicht garantiert zurückzahlen. Also wird
nicht mehr investiert.
Dabei folgt der Ausbau der Windkraft ursprünglich einem politischen Ziel:
Minus 65 Prozent Treibhausgasemissionen bis 2030 schreibt das
bundesdeutsche Klimaschutzgesetz vor. Dafür sollen Windräder mit einer
Leistung von 145 Gigawatt klimafreundlichen Strom liefern. Zwischenziel
wären in diesem Jahr 84 Gigawatt. [3][Das wird die Branche klar verfehlen.]
Und das liegt an der Politik. Projekte für 19 Gigawatt sind genehmigt und
könnten sofort gebaut werden. Allerdings sind gerade nur Projekte für 5
Gigawatt ausgeschrieben. Ausgerechnet die Union betreibt bei der
Energiewirtschaft Planwirtschaft: Drei Viertel aller Investoren wird ein
Marktzugang verwehrt. Die Partei, die immer das hohe Lied der
„Technologieoffenheit“ singt, beschränkt Deutschlands wichtigste
Stromproduzenten in ihrem Wirtschaften. Ministerin Reiche schmückt sich
gern mit Ludwig Erhard, dem „Vater der sozialen Marktwirtschaft“. Der würde
sich bei Reiches Praxis im Grabe umdrehen.
24 Jul 2026
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## AUTOREN
DIR Nick Reimer
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