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       # taz.de -- Krieg in Iran: Washington will Mullahs für Schäden zur Kasse bitten
       
       > Die USA setzen Teheran mit neuen Bombardements und finanziellen
       > Forderungen unter Druck. Das Mullahregime will von neuer Waffenruhe
       > nichts wissen.
       
   IMG Bild: Im Visier von Teheran: Internationaler Flughafen von Kuwait nach einem Drohnenangriff auf ein Treibstofflager
       
       dpa/taz | US-Präsident Donald Trump versucht im Konflikt um die Straße von
       Hormus, den Druck auf Iran zu erhöhen. Während er das US-Militär in der
       nunmehr 13. Nacht in Folge Ziele in dem Land bombardieren ließ, kündigte
       Trump an, Schäden an Schiffen und Frachtgut würden von den USA ab sofort
       mit iranischem Geld beglichen. Gemeint sind offensichtlich Teherans
       eingefrorenen Vermögenswerte.
       
       Iran bleibt gleichermaßen hart: Nach Informationen der New York Times
       lehnte das Mullahregime einen vom irakischen Ministerpräsidenten Ali
       al-Saidi übermittelten Vorschlag der US-Regierung für eine erneute
       Waffenruhe ab.
       
       Iranische Vertreter hätten erklärt, Teherans Führung sei nicht an einer
       vorübergehenden Vereinbarung interessiert, die die Frage der Kontrolle über
       die Straße von Hormus ungeklärt lasse, hieß es unter Berufung auf iranische
       und irakische Beamte.
       
       Teheran pocht auf die alleinige Kontrolle über die für den Handel mit Öl,
       Gas und Dünger wichtige Meerenge. Das US-Militär will mit den nächtelangen
       Angriffen die von Iran ausgehende Bedrohung für Handelsschiffe und zivilen
       Seeleute in der Straße von Hormus unterbinden.
       
       ## Erneut Explosionen in Iran
       
       Nach Beendigung der jüngsten Angriffswelle am frühen Morgen teilte das für
       die Region zuständige US-Kommando Centcom mit, es seien erneut
       Kommandozentralen, Drohnenlager und Küstenüberwachungsanlagen ins Visier
       genommen worden. Zuvor hatten iranische Medien über Explosionen unter
       anderem nahe den Städten Ahwas, Andimeschk und Omidiyeh in der Provinz
       Chusestan berichtet.
       
       Auch aus dem Bereich der Insel Qeschm in der Straße von Hormus sowie der
       Großstadt Bandar Abbas wurden Explosionen gemeldet. Laut dem Portal Nur
       News, das dem Sicherheitsrat der Islamischen Republik nahesteht, war die
       Flugabwehr auch in Teheran im Einsatz.
       
       Wie in den vorangegangenen Nächten reagierte Iran mit Gegenangriffen. So
       wehrten die Streitkräfte in Kuwait nach eigenen Angaben erneut Raketen und
       Drohnen aus Iran ab. Die Bevölkerung des Emirats wurde aufgerufen,
       Sicherheits- und Schutzanweisungen zu befolgen. Laut der iranischen
       Nachrichtenagentur Tasnim galten die Attacken einem Militärstützpunkt, der
       auch von der US-Luftwaffe genutzt wird. Die Angaben ließen sich nicht
       unabhängig überprüfen.
       
       Kuwait gehört zu den Staaten am Golf, die zuletzt immer wieder Ziel
       iranischer Gegenangriffe wurden. Die Länder des sogenannten
       Golfkooperationsrats sowie Jordanien verurteilten am Donnerstag die
       Attacken, die sich auch gegen die Zivilbevölkerung und nichtmilitärische
       Infrastruktur wie Wasserentsalzungsanlagen und Flughäfen richteten. Dem
       Golfkooperationsrat gehören Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und
       die Vereinigten Arabischen Emirate an.
       
       ## Iran lässt Schäden angeblich schnell beheben
       
       Die USA und Israel hatten den Irankrieg am 28. Februar begonnen. Nach
       Informationen des Wall Street Journal ist die dabei beschädigte
       Infrastruktur in Iran jedoch rasch wieder aufgebaut worden – von tief in
       den Bergen gelegenen Raketenstützpunkten bis hin zu Brücken, Häfen und
       Produktionsanlagen. Die Zeitung stützt sich dabei auf Angaben israelischer
       und westlicher Beamter sowie auf Satellitenbilder. Trotz der heftigen
       Angriffe sei Iran weiter in der Lage, präzise Treffer gegen Schiffe zu
       landen und US-Verbündete mit Raketen anzugreifen.
       
       Der zwischenzeitlich von den Konfliktparteien zurückgefahrene Irankrieg war
       Anfang des Monats aufs Neue eskaliert, nachdem Irans Streitkräfte
       Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten.
       
       Mit seiner Ankündigung auf der Plattform Truth Social, Schäden an Schiffen
       und Frachtgut würden fortan mit iranischem Geld beglichen, signalisiert der
       US-Präsident, er werde Iran zur Rechenschaft ziehen. Allerdings blieb
       unklar, wie genau er das rechtlich begründen will. Trump sprach von einer
       „fairen und gerechten Vorgehensweise“.
       
       ## Trump droht Iran nach Huthi-Angriffen
       
       Zuvor hatte er der Führung in Teheran nach Angriffen der [1][mit Iran
       verbündeten islamistischen Huthi-Miliz] vor Jemens Küste im Falle einer
       erneuten Attacke mit Vergeltung gedroht. „Sollten sie dies erneut tun,
       werden die USA Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Huthi als
       Stellvertreter Irans agieren“, hatte Trump auf seiner Plattform
       geschrieben. Er kündigte „schwere militärische Strafen gegen Iran und
       natürlich auch gegen die Huthi selbst“ an.
       
       Die Huthi hatten Angriffe auf zwei saudische Öltanker für sich reklamiert,
       die eine von ihnen ausgerufene „Blockade“ im Roten Meer missachtet hätten.
       Etwa ein halbes Dutzend Schiffe hatte zuvor nach Ausrufung der Blockade
       durch die Miliz zu Wochenbeginn den Kurs geändert – auch um die Meerenge
       Bab al-Mandab vor Jemens Küste zu meiden, die die Miliz mit Drohnen,
       Raketen und Marschflugkörpern angreifen kann. [2][Saudi-Arabien] kündigte
       an, „alle notwendigen Schritte“ zum Schutz seiner Schiffe zu unternehmen.
       In der Nacht zum Donnerstag kam es dann zum Angriff der Huthi.
       
       Während Trump immer wieder neue Drohungen gegen die Führung in Teheran
       ausspricht, [3][bekommt er aus dem eigenen Parlament zunehmend Gegenwind
       für seinen Kurs]. Das Repräsentantenhaus verabschiedete erneut eine
       Resolution zu dem Konflikt, in der die Kongresskammer Trump aufforderte,
       den Militäreinsatz zu beenden.
       
       Der Beschluss hat zwar keine unmittelbaren Konsequenzen, zeigt aber, dass
       der politische Druck auf den Präsidenten steigt – zumal im November die
       wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress bevorstehen.
       
       24 Jul 2026
       
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       angegriffen.