# taz.de -- Neue Zoll-Drohungen aus den USA: Trump klagt über Diskriminierung und Durchfall
> Die EU wegen Google, Mexiko wegen Krankheit, Kanada wegen Rauch: Der
> US-Präsident wirft mit neuen brachialen Zoll-Drohungen nur so um sich.
IMG Bild: Salat im Kopf: US-Präsident Donald Trump am Freitag beim Dinner der White House Correspondents' Association
afp/ap/taz | US-Präsident Donald Trump ist zu einem seiner Lieblingsthemen
zurückgekehrt: Zölle, Zölle, Zölle. Nachdem der erratisch agierende
80-Jährige zuletzt bereits [1][neue Zölle für rund 60 internationale
Handelspartner erlassen] hatte, die die zuvor geltenden weltweiten
Sonderzölle von 10 Prozent auf US-Importe ablösen, will er nun zusätzlich
und gesondert noch mal gegen die EU, Mexiko und Kanada vorgehen.
Die Europäische Union (EU) – ohnehin schon Teil der 10-Prozent-Gruppe –
steht dabei wegen des [2][von ihr verhängten Rekordbußgelds für Google] auf
Trumps neuen Straflisten. Die EU werde einen „sehr hohen Preis“ für die
Wettbewerbsstrafe von 890 Millionen Euro zahlen, erklärte Trump am Freitag
in seinem Onlinedienst Truth Social. Er kündigte eine neue Zolluntersuchung
gegen die EU an und begründete diese mit dem angeblichen „Ausrauben
amerikanischer Unternehmen“.
Trump schrieb weiter, den Europäern werde „so bald wie möglich ein
erheblicher Zoll auferlegt“. Die EU-Kommission hatte die Strafe gegen
Google erst am Donnerstag verhängt. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werfen
dem Technologiekonzern unter anderem vor, bei der Anzeige von
Google-Suchergebnissen eigene Dienste zu bevorzugen und damit Konkurrenten
zu benachteiligen.
Mit der Geldbuße blieb die EU-Kommission weit unter ihren Möglichkeiten:
Sie entspricht nicht einmal einem Prozent des weltweiten Jahresumsatzes von
Google, möglich gewesen wären bis zu zehn Prozent. Trump sprach der EU
indes grundsätzlich das Recht ab, Wettbewerbsverstöße von US-Konzernen in
Europa zu ahnden. Er verwies auf ähnliche EU-Bußgelder gegen „großartige
amerikanische Konzerne“ wie Apple, Meta und Amazon. Die Praxis sei „illegal
und höchst diskriminierend“, befand Trump.
Die neuerliche Zolluntersuchung gegen die EU soll nach seinen Angaben auf
Grundlage von Artikel 301 des US-Handelsgesetzes von 1974 erfolgen. Es
ermächtigt die US-Regierung, Praktiken im Ausland zu untersuchen, die sie
als diskriminierend einstuft, und Gegenmaßnahmen zu ergreifen, insbesondere
durch Zusatzzölle. Mithilfe dieses Gesetzes hatte die Trump-Regierung
bereits die neuen Zölle für rund 60 internationale Handelspartner erlassen.
## Salat aus Mexiko, Rauch aus Kanada
Und wenn Donald Trump schon mal bei seinem Lieblingsthema ist, werden auch
die nördlichen und südlichen Nachbarn der USA mit Zolldrohungen überzogen.
Mexiko will er dabei [3][wegen einer Durchfallwelle] in den USA bestrafen.
Die US-Gesundheitsbehörden haben die Erkrankungen in neun US-Bundesstaaten
auf einen Parasiten in Salat aus Mexiko zurückgeführt. Auf die Frage, wann
der Verzehr von Salat wieder unbedenklich sei, erklärte Trump, seine
Regierung werde wegen des Salats hohe Zölle auf Waren aus Mexiko erheben.
Seine Regierung werde auch „hohe Zölle gegen Kanada wegen des Rauchs“
verhängen, erläuterte Trump. Er bezog sich auf den Rauch von Hunderten
Waldbränden, die in Kanada wüten und deren Rauch durch den Wind in die USA
getragen wird. Bereits am Montag hatte das Weiße Haus mitgeteilt, Trump
habe Zölle in Höhe von 50 Prozent auf eine Reihe von Waren aus dem
Nachbarland Kanada verfügt.
Grund für die Maßnahme sei eine „diskriminierende Behandlung“ von Alkohol-,
Automobil- und Molkereiprodukten aus den USA durch die kanadische
Regierung. Die neuen Zölle sollen nach Angaben des Weißen Hauses in 30
Tagen in Kraft treten. Betroffen seien unter anderem Wein, Hockeyschläger
und Zement aus Kanada.
## Kanada weiht Grenzbrücke allein ein
Kanada reagierte unter anderem mit der Absage einer gemeinsamen
Eröffnungsfeier einer Grenzbrücke zwischen Kanada und den USA. Die
kanadische Regierung weihte die 4,7 Milliarden Dollar (rund vier Milliarden
Euro) teure Hängebrücke zwischen Windsor in der kanadischen Provinz Ontario
und Detroit im US-Bundesstaat Michigan im Alleingang ein.
„Diese Brücke ist ein Beweis dafür, was wir erreichen können, wenn wir
zusammenarbeiten“, sagte Kanadas Bau- und Infrastrukturminister Gregor
Robertson am Freitag an dem Bauwerk, dessen Eröffnung für den Verkehr für
Montag vorgesehen ist.
Trump schrieb daraufhin am Freitag in seinem Onlinedienst: „Kanada hat die
Einladung der USA zur Zeremonie zurückgezogen, aber das macht nichts, da
sie hohe Zölle zahlen.“
25 Jul 2026
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