# taz.de -- Eskalation am Roten Meer: Huthi-Miliz feuert Raketen auf Saudi-Arabien ab
> Die mit dem Mullah-Regime in Teheran verbündeten Huthis im Jemen
> attackieren Städte in Saudi-Arabien. Riad hatte zuvor Stellungen der
> Miliz zerstört.
IMG Bild: Huthi-Anhänger bei einer Demonstration gegen Saudi-Arabien
afp/rtr/taz | Nach einem Angriff der von Saudi-Arabien angeführten
Koalition auf Stellungen der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen haben die
Huthis eine Vergeltungsattacke auf Saudi-Arabien bekannt gegeben. Ein
„jemenitischer Raketenangriff“ habe Brände in der Stadt Dschisan am Roten
Meer im Süden Saudi-Arabiens ausgelöst, erklärten die offiziellen
Huthi-Medien am Samstag im Onlinedienst Telegram.
Saudi-Arabien äußerte sich zunächst nicht offiziell zu den Angaben der
Huthis. Die Behörden hatten allerdings am frühen Samstag die Bewohner von
Dschisan und Janbu kurzfristig vor einer „möglichen Gefahr“ gewarnt.
Ähnliche Warnungen waren in der Vergangenheit ausgegeben worden, wenn
Raketen oder Drohnen auf Saudi-Arabien abgefeuert wurden.
Tatsächlich sollen Luftabwehrsysteme nach Angaben aus griechischen
Sicherheitskreisen zwei ballistische Raketen aus dem Jemen abgeschossen
haben. Ziel seien Ölraffinerien in Janbu gewesen, sagten die Insider der
Nachrichtenagentur Reuters. Das eingesetzte Abwehrsystem wird den Kreisen
zufolge von griechischem Militärpersonal bedient.
Der saudische Zivilschutz gab nach anfänglichen Warnungen für Janbu und die
südliche Hafenstadt Dschisan Entwarnung. Berichte über Schäden lagen
zunächst nicht vor. Griechenland hat seit 2021 im Rahmen eines Abkommens
ein US-Patriot-Luftabwehrsystem in Saudi-Arabien stationiert, um die
Energieinfrastruktur des Königreichs zu schützen.
## Furcht vor Ausweitung des Irankriegs
Nach übereinstimmenden Berichten hatte zuvor [1][die von Saudi-Arabien
angeführte Anti-Huthi-Koalition] „militärische Stellungen der Huthis“
angegriffen und Ziele zerstört habe, die die Handelsschifffahrt im Roten
Meer bedrohten. Die Huthis warfen Saudi-Arabien daraufhin eine „gefährliche
Eskalation“ vor und erklärten, das Vorgehen werde „nicht unbeantwortet
bleiben“.
Die von Teheran unterstützten Islamisten der Huthi-Miliz hatten vor wenigen
Tagen [2][eine Blockade gegen Schiffe aus dem benachbarten Königreich
verhängt] und nahmen Handelsschiffe ins Visier. Nach der Sperrung der für
den Welthandel wichtigen Straße von Hormus hat Saudi-Arabien seine
Ölexporte durch die Meerenge Bab-al-Mandab umgeleitet. Die Blockade und
Angriffe der Huthis aus dem eigentlich bitterarmen Jemen schürten die
Furcht vor einer Ausweitung des Irankrieges.
25 Jul 2026
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