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       # taz.de -- Kommunalwahl mit besonderem Personal: Die CDU-Kandidatin mit innigen AfD-Verbindungen
       
       > Frauke Prenzler kandidiert in Buchholz für die CDU. In Hamburg sei sie
       > Beamtin, informiert sie. Dass sie für die AfD gejobbt hat, bestreitet
       > sie.
       
   IMG Bild: In Buchholz hat Politik etwas Familiäres: Ein Privatraum mit Blumenschmuck und Leselampe dient hier traditionell als Wahllokal
       
       „Für Buchholz in den Stadtrat“: Unter diesem Motto tritt Frauke Prenzler
       für die CDU zur Kommunalwahl am 13. September in Niedersachsen an. Die
       Stadt in der Nordheide nahe Hamburg solle attraktiv und grün bleiben,
       verspricht die Kandidatin im Wahlbereich eins.
       
       Junge Buchholzer müssten eine Chance auf dem Wohnungsmarkt haben und der
       Ostring solle endlich gebaut werden. Eine wertorientierte Politik brauche
       eine solide Finanzpolitik, wirbt die 47-Jährige. Auf ihrem Wahlkampfflyer
       gibt sie an, Beamtin in der Hamburger Verwaltung zu sein.
       
       Seit 25 Jahren sei sie in der CDU, antwortet Frauke Prenzler der taz auf
       Nachfrage. Der Ehemann von Frauke Prenzler ist seit 2015 Geschäftsführer
       der Hamburger AfD-Fraktion. Internes Material wirft allerdings die Frage
       auf, ob die CDU-Frau über ihre familiäre Beziehung hinaus in den
       vergangenen Jahren ein Näheverhältnis zur AfD unterhalten hat.
       
       In E-Mails, die der taz vorliegen, schreibt Jörn Kruse, damals
       AfD-Fraktionsvorsitzender in der Hamburger Bürgerschaft, im Februar 2020
       auch Frauke Prenzler an. Er bittet sie, einen geliehenen Laptop
       zurückzugeben.
       
       ## „Nie Mitglied“ gewesen
       
       In Kopie gesetzt und mit angeschrieben ist ihr Mann Thorsten mit seiner
       Adresse bei der AfD-Bürgerschaftsfraktion. Ihn bittet Kruse dann auch
       gleich, weitere Angelegenheiten zu regeln: „Beste Grüße“. Auch Alexander
       Wolf, heute Bundestagsabgeordneter, schreibt sieben Monate später im
       September desselben Jahres in einer Rundmail an die Fraktion und ihre
       Beschäftigten auch Frauke Prenzler mit an.
       
       Der damalige stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Bürgerschafts-AfD
       fragt nämlich wegen „Urlaub im August“ bei der „fraktion-neu“ nach: Eine
       E-Mail, die ein Arbeitsverhältnis möglich erscheinen lässt.
       
       Für Frauke Prenzler nicht. „Ich finde es interessant, dass Ihnen Unterlagen
       vorliegen sollen, die ein Beschäftigungsverhältnis zwischen der AfD und mir
       nahelegen“, schreibt sie auf Nachfrage. „Denn entweder behaupten Sie etwas,
       wofür Ihnen keine Unterlagen vorliegen, oder Ihnen liegt eine Fälschung
       vor“, schreibt sie weiter. Sie versichert: „Ich war nie bei der AfD
       beschäftigt.“ Sie sei auch „nie Mitglied“ gewesen. Doch warum taucht eine
       Frauke Prenzler im AfD-E-Mailverkehr zu beruflichen Angelegenheiten auf?
       
       Wo Prenzler in der Hamburger Verwaltung tätig ist, lässt sich nicht in
       Erfahrung bringen. Zwar findet sich im Internet der Hinweis auf eine
       Dienststelle: Senatskoordination für die Gleichstellung behinderter
       Menschen. Eine Pressemitteilung von Dezember 2012 stellt sie als eine
       Ansprechpartnerin für die Presse in Sachen Landesaktionsplan Inklusion vor.
       Die angegebene Rufnummer in der Behörde ist aber inzwischen abgeschaltet.
       
       Könnte Frauke Prenzler mittlerweile frei gestellt sein oder eine
       Nebentätigkeit angemeldet haben? „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns
       zu Personalfragen grundsätzlich nicht äußern“, antwortet die
       Pressesprecherin der Hamburg Behörde für Wissenschaft, Forschung und
       Gleichstellung.
       
       Sie verweist auf die aktuelle Website. Der Name Frauke Prenzler taucht
       nicht mehr bei dem achtköpfigen Team der Senatskoordination auf. Die
       Presse- und Öffentlichkeitsstelle hat eine andere Frau inne. „Weitere
       Personen arbeiten in diesem Bereich bei der Koordinatorin nicht“, schreibt
       die Sprecherin der zuständigen Behörde.
       
       Sie habe sich schon in der Jungen Union politisch engagiert, schreibt
       Frauke Prenzler der taz. In der CDU Niedersachsen hatte auch ihr Ehemann
       mal Karriere gemacht. Der gelernte Bankkaufmann saß für die Partei im
       Landtag. Vor der Hochzeit hieß er Thorsten Thümler. Die CDU-Karriere in
       Niedersachsen beendete eine Verurteilung für Betrugsdelikte in mehreren
       Luxushotels.
       
       [1][Thorsten Prenzler, geborener Thümler, hatte sich bei Hotels in
       Mecklenburg-Vorpommern Rabatte erschlichen], indem er vorgab, als
       Reisejournalist zu arbeiten. Frauke Prenzler, seinerzeit im Landesvorstand
       der Jungen Union, war seine Mitarbeiterin und Lebensgefährtin.
       
       Resozialisiert wurde der verurteilte Betrüger durch seine Arbeit als
       Pressesprecher der Polizei Brandenburg. Von dort wechselte er als
       Geschäftsführer zur Landtagsfraktion der AfD. Den gleichen Posten trat er
       dann in Hamburg an.
       
       Dort [2][war Prenzler intern umstritten]. Eine Abgeordnete der Fraktion
       zeigte ihn 2020 wegen vermeintlicher Urkundenfälschung an. Die Ermittlungen
       wurden jedoch ergebnislos eingestellt, ebenso wie die Ermittlungen im
       Folgejahr, als Prenzler in Verdacht geraten war, Baumaterial unterschlagen
       zu haben.
       
       Der Pressesprecher der [3][AfD-Bürgerschaftsfraktion] hat auf eine Anfrage
       der taz zu Frauke Prenzler nach sechs Tagen noch nicht geantwortet. Sie
       selbst ließ Nachfragen ebenfalls unbeantwortet.
       
       29 Jul 2026
       
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