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       # taz.de -- Menstruationsurlaub: Zeit für eine neue Regel
       
       > Montenegro führt als zweites Land in Europa Menstruationsurlaub ein. Und
       > Deutschland? Macht das Gegenteil. Dabei ist eine Freistellung längst
       > überfällig.
       
   IMG Bild: Dass Frauen mit extremen Menstruationsbeschwerden überhaupt ernst genommen werden, ist noch relativ neu
       
       Gute Nachrichten sind schwer zu finden dieser Tage. Da macht es Hoffnung,
       dass Montenegro nun als zweites europäisches Land nach Spanien [1][den
       Menstruationsurlaub eingeführt hat]. Dass Frauen mit extremen
       Menstruationsbeschwerden überhaupt ernst genommen werden, ist schließlich
       noch relativ neu. Und dass, obwohl hierzulande rund 15 Prozent aller Frauen
       an der [2][chronischen Erkrankung Endometriose] leiden, die sehr starke
       Unterleibsschmerzen verursacht.
       
       Doch nun rückt Frauengesundheit mehr in den Fokus. In Spanien haben Frauen
       und Trans Männer seit drei Jahren die Möglichkeit einer
       Menstruationsfreistellung von [3][drei bis fünf Tagen pro Monat] mit
       ärztlichem Attest. Dafür erhält man eine Lohnfortzahlung ab dem ersten Tag
       und nicht wie sonst erst ab dem vierten. Montenegro zieht jetzt nach, für
       den zweitägigen „Urlaub“ braucht es allerdings auch hier eine
       diagnostizierte gynäkologische Erkrankung. Dafür bekommt man den vollen und
       nicht wie im Krankheitsfall einen reduzierten Lohn.
       
       Andere Länder haben schon länger Regelungen zu [4][Regelschmerzen]: In
       Japan werden Frauen bereits seit 1947 freigestellt, in Indonesien seit
       1948, Bezahlung allerdings nicht garantiert. Am fortschrittlichsten ist
       Sambia mit dem „Mothers Day“, einem gesetzlichen Anspruch auf einen
       bezahlten freien Tag pro Monat für alle Arbeitnehmerinnen.
       
       Und Deutschland? Geht in die komplett andere Richtung. Das Vorhaben der
       Bundesregierung einer Krankschreibung ab dem ersten Tag ist ein Schlag in
       den Unterleib. Nicht nur für die 2 bis 4 Millionen Frauen, die von
       Endometriose betroffen sind, sondern gleichfalls für die vielen Millionen,
       die auch so wegen starker Unterleibschmerzen nicht arbeiten können.
       
       Für sie braucht es eine generelle Freistellung, ganz ohne Attest, ganz ohne
       Stigma. Doch dafür müssten Männer wohl selbst unter diesen unerträglichen
       Schmerzen leiden – dann gäbe es vermutlich längst nicht nur Regelfrei,
       sondern auch zusätzliche Pausen, Ruheräume, kostenlose Medikamente und eine
       Umsatzsteuerbefreiung für Menstruationsprodukte. Da dies nicht passiert,
       müssen wir Frauen und andere Menstruierende weiter dafür kämpfen – in der
       Politik und am Arbeitsplatz, trotz Schmerzen.
       
       29 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://reporteri.net/de/Botschaft/Rajon/Ein-neues-Gesetz-in-Montenegro-gew%C3%A4hrt-Frauen-mit-schmerzhafter-Menstruation-zwei-freie-Tage-pro-Monat./
   DIR [2] /Betroffene-ueber-Endometriose/!6180511
   DIR [3] /Frauenrecht-in-Spanien/!5852124
   DIR [4] /Zykluscoachin-ueber-Menstruation/!6171500
       
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   DIR Marie Frank
       
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