# taz.de -- Gedenksäule für Hildegard Knef in Ulm: In dieser Stadt war ich mal zuhaus
> In ihrem Geburtsort Ulm erinnert eine Stele an Hildegard Knef. Sie ist
> Teil einer Reihe von Denkmälern, die an wichtige Frauen der Stadt
> erinnern.
IMG Bild: Stele für Hildegard Knef in ihrer Geburtsstadt Ulm
In ihrem Geburtsort Ulm erinnert eine Stele an Hildegard Knef. [1][Die
Schauspielerin und Sängerin wurde am 28. Dezember 1925 in Ulm geboren]. Mit
dem Denkmal solle ein sichtbares Zeichen gesetzt werden, dass auch Frauen
eine wichtige Rolle für die Geschichte der Stadt spielen, sagte
Bürgermeisterin Iris Mann laut Nachrichtenagentur epd am Dienstag bei der
Einweihung der Stele.
Wie der Text auf der Gedenksäule unter einem Porträtfoto von Hildegard Knef
hervorhebt, habe sich die Künstlerin mit „Mut, Ehrgeiz und großer
Eigenständigkeit“ den „konservativen Erwartungen ihrer Zeit“ widersetzt.
Ihr Erfolgschanson „Für mich soll's rote Rosen regnen“ sei zum Symbol für
[2][Emanzipation] und [3][weibliche Selbstbestimmung] geworden.
Allerdings gab Hildegard Knef nur ein kurzes Gastspiel in Ulm: Nach dem
frühen Tod des Vaters zog sie bereits im Alter von sieben Monaten mit ihrer
Mutter nach Berlin, wo sie noch in jungen Jahren ihre Karriere als
Schauspielerin startete. Ihre nur sekundenlange Nacktszene im Film „Die
Sünderin“ (1950) machte Knef berühmt, es war der erste große Filmskandal im
Deutschland der Nachkriegszeit.
Im Laufe ihrer langen Karriere hat sich Hildegard Knef als Künstlerin immer
wieder neu erfunden – als Schauspielerin in Hollywood, als Hauptrolle in
Musicals am Broadway, als gefeierte Chansonsängerin und erfolgreiche
Autorin („Der geschenkte Gaul“, 1970). Ihre Lieder gehören heute zum Kanon
deutscher Popkultur. Sie wurden nach der Jahrtausendwende wieder entdeckt,
gecovert und gesampelt. Zu ihrer Würdigung passt recht gut ihr Chanson „In
dieser Stadt“. Den Text schrieb Charly Niessen, Hildegard Knef singt: „In
dieser Stadt kenn' ich mich aus, in dieser Stadt war ich mal zuhaus. Wie
sieht die Stadt wohl heute aus? In dieser Stadt war ich mal zuhaus.“
Das Denkmal von Hildegard Knef ist die zwölfte Stele in einem Zyklus von
bedeutsamen Ulmer Frauen. Die Stelen, die im gesamten Stadtgebiet verstreut
sind, erinnern unter anderem an die Patrizierin und Sozialmäzenin Adelheid
von Sulmentingen (1330–1400), an die Medizinpionierin und frühe Ärztin
Agathe Streicher (1520–1581) und an das soziale Engagement der Ulmer
Gemeinderätin und Frauenrechtlerin Agnes Schultheiß (1873–1959).
30 Jul 2026
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## AUTOREN
DIR Ulrich Gutmair
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