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       # taz.de -- Saudi-Arabien greift Stellung in Irak an: Spiel mit dem Feuer
       
       > Eine diplomatische Lösung des US-Iran-Konflikts bröckelt jeden Tag mehr.
       > Doch ist sie der einzige Ausweg, um einen größeren regionalen Konflikt zu
       > vermeiden.
       
   IMG Bild: Bei den US-saudischen Luftangriffen auf den Irak kamen nach Angaben der Allianz mindestens 20 Menschen ums Leben, Diyala am 29.7.2026
       
       Es ist eine Premiere: Saudi-Arabien hat sich erstmals im US-Iran-Konflikt
       [1][öffentlich an einem Militärschlag mit den USA beteiligt] —, und zwar
       gegen Stellungen Iran-naher Gruppen im Nachbarland Irak. Der Angriff
       erfolgte als Vergeltung für die Drohnenangriffe auf saudische Ölanlagen.
       Dabei sind mindestens 20 irakische Kämpfer ums Leben gekommen. Im
       vorwiegend schiitischen Land haben die Angriffe nicht gerade für
       Begeisterung gesorgt.
       
       Doch eine Strategie der militärischen Eskalation, etwa hin zu einem offenen
       Konflikt zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und seinen schiitischen
       Nachbarn, birgt enorme Risiken für die gesamte Region. Die irakische
       Regierung bemüht sich zwar um gute Beziehungen zum Westen – scheint aber
       relativ machtlos zu sein, wenn es um die schiitischen Paramilizen im Land
       geht. Frühere Versuche, ihre Macht einzuschränken, führten zu Aufständen.
       
       Iran-nahe Gruppen versuchen bereits seit dem Krieg in Gaza, ihren Einfluss
       auf die Bevölkerung in [2][Ländern wie Jordanien] auszuweiten. Eine direkte
       Konfrontation könnte die ohnehin angespannte Lage in den Nachbarstaaten
       weiter destabilisieren und so einen regelrechten Flächenbrand in der Region
       entfachen. Denn Iran hat bislang bewiesen, dass sich das Regime nicht so
       leicht wegbomben lässt.
       
       Genau dieses Fehlkalkül von Ländern wie den USA und Israel hat die
       geopolitische Lage in der Region in eine Sackgasse manövriert. Das
       inzwischen nahezu begrabene Memorandum of Understanding zwischen Iran und
       den USA von Mitte Juni enthielt weitreichende Zugeständnisse an die
       Islamische Republik. Doch Teheran gab sich nicht zufrieden und griff erneut
       Schiffe an, die ohne seine Erlaubnis die Straße von Hormus passierten.
       
       In diesem militärischen Kräftemessen stehen die Leben der Menschen in der
       Region auf dem Spiel. Daher wäre es sinnvoll, trotz der jüngsten
       Rückschläge weiterhin mithilfe der Staaten des Nahen Ostens nach
       diplomatischen Lösungen zu suchen, um den letzten Funken Stabilität zu
       bewahren. Andernfalls ist das Risiko groß, dass die gesamte Region in
       Flammen aufgeht.
       
       29 Jul 2026
       
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