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       # taz.de -- Notlage im Gazastreifen: Ägypten muss Solidarität zeigen
       
       > Gefordert sind jetzt die arabischen Staaten, die stets ihre
       > Palästina-Solidarität hochhalten. Ägypten sollte seinen Grenzübergang
       > nach Gaza öffnen.
       
   IMG Bild: Zur Zeit kein Entkommen: Gaza-Stadt nach einem israelischen Lufangriff am 11. Oktober
       
       Der komplett abgeriegelte Gazastreifen ist eine der am dichtesten
       besiedelten Gegenden der Welt. Zwei Millionen Menschen leben auf engstem
       Raum, ohne Möglichkeit zu fliehen. Die Voraussetzungen für eine humanitäre
       Katastrophe sind perfekt. Und ein Waffenstillstand zwischen Israel und den
       Terrorgruppen in Gaza, wie von humanitären Organisationen gefordert, wird
       fürs Erste nicht kommen.
       
       Mit der Blockade Gazas bei gleichzeitigem Beschuss bestraft Israel die
       Menschen in dem Küstenstreifen kollektiv, was nach den hundertfachen Morden
       vom vergangenen Samstag und der Unterstützung, die die Massaker in der
       palästinensischen Bevölkerung finden, nachvollziehbar ist. Das humanitäre
       Völkerrecht verletzt es trotzdem.
       
       Konkret gefordert sind jetzt die arabischen Staaten, die stets ihre
       Palästina-Solidarität hochhalten – allen voran Ägypten. Zwar wird das Land
       den Teufel tun, der Gaza-Bevölkerung Zuflucht und Schutz zu gewähren.
       [1][Ägypten hat mit der Muslimbruderschaft, aus der einst die Hamas
       hervorgegangen ist, ein hauseigenes Problem], das es seit Jahren löst,
       indem es rigoros gegen die Islamisten vorgeht.
       
       Außerdem hat die Geschichte gezeigt, welche Sprengkraft palästinensische
       Gruppen in anderen arabischen Ländern haben können: Der Libanon-Krieg
       entzündete sich 1975 an Spannungen zwischen Palästinensern im Libanon und
       anderen Bevölkerungsgruppen. Bis heute sind in dem Land [2][die
       palästinensischen Flüchtlingslager], die mittlerweile zu ärmlichen
       Stadtteilen geworden sind, ein politischer Faktor.
       
       Was aber machbar ist, sind Hilfslieferungen. Ein Hilfskorridor aus Ägypten
       direkt in den Gazastreifen muss her. Wo der Wille ist, ist ein Weg, und wo
       eine Grenze ist, ist ein Übergang. [3][Dass der einzige nicht von Israel
       kontrollierte Grenzübergang, der Rafah-Übergang zwischen Ägypten und Gaza,
       eigentlich für Personen- und nicht für Warenverkehr ausgelegt] ist, ist
       vielleicht eine Herausforderung, aber kein Gegenargument. Wasser,
       Lebensmittel, medizinische Hilfe und Treibstoff können geliefert werden.
       Die arabischen Staaten haben jetzt die Chance, ihrer bekundeten Solidarität
       mit den Palästinenser*innen Taten folgen zu lassen.
       
       12 Oct 2023
       
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